Die Umstellung auf die neuen VDA-Empfehlungen wird meist als Aufgabe des Konverters geplant. Im SAP-Standard ändert der Formatwechsel zunächst nichts — und genau deshalb wird übersehen, dass er über die Feldbelegung entscheidet, an der die Verarbeitung im SD hängt.
Die VDA-Liste kennt drei Status, nicht zwei
Die Liste der Empfehlungen zum Datenaustausch des VDA-Arbeitskreises SID führt jede Empfehlung mit einer Ampel: Grün ist die aktuelle Fassung, Gelb heißt abgelöst, aber weiter in Gebrauch, Rot heißt nicht mehr anwendbar. Alle Angaben hier beziehen sich auf den Stand August 2024.
Die alten Satzarten sind damit nicht pauschal abgeschafft. Rot stehen der Lieferabruf 4905, die Rechnung 4906, der Zahlungsavis 4907, die Gutschriftanzeige 4908 und der Warenbegleitschein 4912 — bei 4906 und 4908 mit dem ausdrücklichen Zusatz, dass sie die gesetzlichen Anforderungen nicht mehr erfüllen.
Gelb und laut VDA weiter verbreitet im Einsatz sind dagegen der Feinabruf 4915, die Lieferschein- und Transportdaten 4913, der produktionssynchrone Abruf 4916 und der Warenanhänger 4902. Bei Gelb entscheidet der Kunde über den Zeitpunkt, bei Rot ist die Richtung vorgegeben.
Auf der SAP-Seite ändert der Formatwechsel zunächst nichts
SAP kennt keine VDA-Nummern. Der Prozess hängt an Nachrichtenarten, Basistypen und Vorgangscodes. Der Lieferabruf kommt als Nachrichtenart DELINS auf den Basistypen DELFOR01 und DELFOR02 herein, über den Vorgangscode DELI und den Eingangsbaustein IDOC_INPUT_DELINS_START, der IDOC_INPUT_DELINS ruft. Anwendungsobjekt ist der Lieferplan.
| Ebene | Wert |
|---|---|
| Nachrichtenart | DELINS, DELFOR, DELJIT |
| Basistyp | DELFOR01, DELFOR02 |
| Vorgangscode Eingang | DELI |
| Anwendungsobjekt | BUS2035 (Lieferplan) |
Diese Zeilen stehen vor und nach der Umstellung gleich da. Wer den Aufwand allein an der neuen VDA-Nummer festmacht, plant an der falschen Stelle.
Was sich ändert, ist die Feldbelegung
Drei Beispiele, die unmittelbar im SD wirken. Erstens das Kundenwerk: Es entscheidet mit darüber, ob die Lieferplanfindung eindeutig wird. Zweitens Nullstellungsdatum und die dazu erreichte Fortschrittszahl — sie kommen im Kopfsegment E1EDK09 mit, in den Feldern CYDAT und CYEFZ, und greifen direkt in die Fortschrittszahlenführung ein.
Drittens die Abrufart. Sie steht je Position im Feld SCREL des Segments E1EDP10, nicht im Kopf:
| E1EDP10-SCREL | Ergebnis |
|---|---|
| 02 | Feinabruf |
| 03 | Lieferabruf |
| 04 | Lieferabruf |
| jeder andere Wert | Abbruch: ungültige Abrufart |
Ein Mapping, das die Abrufart im Kopf sucht, findet sie nicht — und ein Mapping, das SCREL mit einem beliebigen Wert belegt, bricht die Verarbeitung ab, statt eine falsche Abrufart zu buchen. Das ist die freundlichere der beiden Varianten.
Das Bis-Datum der Einteilung
Ein vierter Punkt betrifft das Bis-Datum der Einteilung. Der Standard wertet es in jedem Datumstyp aus, auch im taggenauen Zweig. Ein Mapping, das es nur bei Wochen- und Periodenangaben füllt, unterstellt eine Ausnahme, die es im Standard nicht gibt.
Rechnung und Gutschriftsanzeige liegen jetzt in einer Empfehlung
Rechnung und Gutschriftsanzeige sind heute in VDA 4938 (Global INVOIC) zusammengefasst. Die Empfehlung hat vier Teile mit unterschiedlichem Reifegrad; produktiv ist der EDIFACT-Teil, der XML-Teil für kleinere Unternehmen stand im Stand 08/2024 noch in Überarbeitung.
Die Nummer 4988 gehört nicht dazu — das ist der Zahlungsavis (REMADV). Diese Verwechslung hält sich hartnäckig, und zwei Seiten merken erst im Test, dass sie über verschiedene Nachrichten gesprochen haben.
Die vollständige Zuordnung alt zu neu steht unter VDA-Empfehlungen: alt und neu. Wie der Eingang aufgebaut ist, beschreibt Lieferabruf und Feinabruf; die Umstellung als Projektschritt VDA-Formatumstellung, die Rechnungsseite Abrechnung. Was danach stehenbleibt, sammle ich unter Fehlerbilder.

