SAP für Automobilzulieferer
Die Strecke vom Lieferabruf bis zur Gutschrift — in SAP und im EDI
Ich bin Robert Lissack, freiberuflicher SAP-Berater mit Automotive-Schwerpunkt. Ich baue und betreue die Strecke, über die ein Zulieferer seine Kunden beliefert und mit ihnen abrechnet: Lieferabruf und Feinabruf ins SD, JIT-Abrufe, Fortschrittszahlen, Verpackung mit NVE, Lieferavis, Etikett, Rechnung und Gutschriftsverfahren.
SAP-Customizing und EDI-Seite liegen dabei in einer Hand. Partnervereinbarung, Vorgangscode, Nachrichtenfindung und Mapping beurteilt derselbe Kopf. Das hat einen handfesten Grund: Ein Abruf, der keinen Lieferplan findet, sieht im SAP nach Stammdaten aus und hat seine Ursache oft im Mapping — und umgekehrt.
Rahmen
Leistung, Verfügbarkeit, Arbeitsmodell, Vertrag
Was ich übernehme
Die Abruf-, Versand- und Abrechnungsstrecke in SAP SD, einschließlich der EDI-Seite: Partnervereinbarungen, Vorgangscodes, IDoc-Verarbeitung, Nachrichtenfindung und die Abstimmung der Mappings mit Ihrem EDI-Dienstleister. Dazu, was daran hängt — Versand, Handling Units, Faktura, Intercompany.
Verfügbarkeit
Anfragen beantworte ich kurzfristig. Den Umfang klären wir im ersten Telefonat: ob der Einsatz in Tagesscheiben oder in ganzen Wochen sinnvoll ist und wie viele Tage je Woche die Strecke tatsächlich braucht.
Arbeitsmodell
Überwiegend remote, über Ihren Zugang in Ihre Entwicklungs- und Testsysteme. Präsenz im Raum Stuttgart nach Absprache: im Aufnahme-Workshop, beim Integrationstest mit Fachbereich und Versand und in der Woche um den Go-live.
Vertragsform
Freiberuflich, als Beratungs- oder Werkvertrag mit beschriebenem Ergebnis und Abnahme. Direkt mit Ihnen oder als Nachunternehmer. Eigene Betriebsmittel, eigene Haftung, keine Arbeitnehmerüberlassung.
Beitragsserie
Fünf Strecken und die Fehlerbilder, die dazugehören
01 Lieferabruf DELINS
Der Abruf kommt als Nachrichtenart DELINS auf den Basistypen DELFOR01 und DELFOR02 herein, VDA-seitig heute über 4984, nachdem der alte 4905 zurückgezogen wurde. Am Vorgangscode DELI hängt IDOC_INPUT_DELINS_START, der die Verarbeitung an IDOC_INPUT_DELINS weiterreicht. Vor dem Indexzugriff steht die Ermittlung des Auftraggebers über Lieferant, Kundenwerk und Abladestelle — scheitert sie, kommt die Lieferplanfindung gar nicht erst zum Zug.
Bleibt das IDoc auf V4 034 stehen, hat die Findung im Index VLPKM keinen Lieferplan gefunden; V4 035 sagt das Gegenteil, nämlich mehrere Treffer — dann protokolliert der Standard mit V4 073 bis 075 die gefundenen Lieferpläne samt ihren Findungswerten, und daran löst sich der Fall auf. Gesucht wird mit Kundenmaterial, Auftraggeber, Kundenwerk und Abrufverwendung; ob auch die Abladestelle filtert, entscheidet ein Kennzeichen je Auftraggeber — ist es nicht gesetzt, gehört sie zwar zum Schlüssel des Index, wirkt aber nicht als Filter. Fällt der Standard mangels Kundenwerk auf den Notzugriff über Kunde und Kundenmaterial zurück, meldet er Mehrdeutigkeit selbst dann, wenn es nur einen Lieferplan gibt.
02 Feinabruf und JIT
Als EDI-Eingang teilt sich der Feinabruf den Strang mit dem Lieferabruf: DELINS auf DELFOR01 oder DELFOR02, verarbeitet von IDOC_INPUT_DELINS. Der EDIFACT-Feinabruf DELJIT liegt im Standard auf denselben Basistypen, hat dort aber weder einen eigenen Eingangsbaustein noch einen eigenen Vorgangscode — er läuft über den DELINS-Eingang mit.
Der JIT-Abruf hat einen eigenen Strang auf den Basistypen SEQJIT01 bis SEQJIT03 mit dem Baustein IDOC_INPUT_SEQJIT — aber zwei Nachrichtenarten: SEQJIT für den produktionssynchronen Abruf und PAB_ORDERS für den Mengenabruf. Wer im Partnerprofil nur eine Zeile pflegt, hat die halbe Strecke. Steht ein Abruf, ohne dass eine Lieferung entsteht, sehe ich zuerst die Kette Teilegruppe, Abrufsteuerung und Aktionsnetz durch: dort ist hinterlegt, welche Aktion aus welchem internen Bearbeitungsstand in welchen folgt. Feinabrufe müssen dabei nicht per EDI kommen — der Abgleich JIT-Abrufe gegen Liefer- und Feinabruf erzeugt sie innerhalb des Feinabrufhorizonts auch systemintern.
03 Fortschrittszahlen und Geschäftsjahreswechsel
Das Nullstellungsdatum kommt im Abruf mit, im Kopfsegment E1EDK09 samt der zu diesem Datum erreichten Fortschrittszahl; die laufenden Werte stehen positionsbezogen in E1EDP10. Welches Geschäftsjahr gilt, entscheidet die Geschäftsjahresvariante des Warenempfängers, nicht die des Auftraggebers — fehlt sie, rechnet das System mit dem Kalenderjahr.
Für das Rücksetzen kennt der Standard vier Verfahren, aber keine Customizing-Tabelle dafür: ohne Erweiterung gilt immer Verfahren A, und das setzt die Fortschrittszahlen zum Jahreswechsel automatisch zurück. Abweichungen laufen über die Erweiterung V45L0001; in S/4HANA steht daneben ein BAdI, der allerdings nur A und B annimmt und vom Customer-Exit überschrieben wird. Die Verfahren C und D schließen sich außerdem aus — eines für im ERP geplante Lieferpläne, eines für die über CIF angebundenen; die falsche Wahl quittiert die Abrufbearbeitung mit V4 335.
04 Lieferavis DESADV mit NVE
Das Avis geht als DESADV heraus, nach VDA 4987; der alte 4913 ist abgelöst und wird von der VDA nicht mehr empfohlen, ist aber weiterhin verbreitet im Einsatz. Es trägt die Packhierarchie der Versand-Handling-Units, mehrstufig und mit Chargen.
Ob eine Handling Unit überhaupt eine NVE bekommt, entscheidet nicht das Verpackungsmaterial selbst, sondern seine Packmittelart: erst die Einstellung „SSCC18 beim Anlegen der Handling Unit“ erzeugt eine NVE, sonst zieht die HU nur eine Nummer aus dem HU-Nummernkreis und gar keine. Die achtzehn Stellen setzen sich aus HU-Art, ILN-Basisnummer, laufender Nummer und einer Modulo-10-Prüfziffer zusammen; die Basisnummer sucht der Standard kaskadierend über Werk und Lagerort, dann Lagernummer, dann Werk allein, zuletzt Mandantenebene — findet er nichts, bricht die Vergabe ab. Das Global Transport Label nach VDA 4994 ist dabei ein Etiketten- und Nummernstandard und keine Nachricht; die zugehörigen Daten wandern im Lieferavis.
05 Gutschriftsverfahren
Hier rechnet der Kunde ab: Aus seiner Rechnungsprüfung entsteht die Gutschrift, sie geht als IDoc heraus und kommt beim Zulieferer im SD an. VDA-seitig ist die Gutschriftsanzeige heute Teil von 4938 zusammen mit der Rechnung, der alte 4908 ist zurückgezogen.
Im SD-Eingang liefert SAP drei Ausprägungen aus, und die trennen sich schon an der Nachrichtenart im Partnerprofil, nicht erst am Vorgangscode: GSVERF führt über den Vorgangscode GSVE und IDOC_INPUT_GSVERF_START unmittelbar zum Abrechnungsbeleg, SBWAP über SBAP und IDOC_INPUT_SBWAP in den Eingangsmonitor VSB1N, daneben steht die Variante mit Rechnungserstellung. Gemeinsam sind ihnen nur die IDoc-Typen GSVERF01 bis GSVERF03. Die Zuordnung zur Lieferung entscheidet ein Qualifier im IDoc — SAP-Lieferungsnummer, externe Lieferscheinnummer oder Konsignationsentnahme; passt keiner davon, bleibt die Übertragung mit Fehler stehen. Das Zahlungsavis REMADV danach ist ebenfalls eine Eingangsnachricht, kein Ausgang.
Alle fünf Strecken mit Customizing-Pfaden, Findungslogik und Meldungen stehen ausführlich unter „Die Zulieferer-Prozesskette in SAP“.
Systemstand
ECC und S/4HANA nebeneinander
Viele Zulieferer betreiben ECC 6.0 und S/4HANA parallel, weil der Umstieg werksweise läuft — und die Automotive-Strecke verhält sich in beiden Welten nicht überall gleich.
Manches bleibt, wo es war. Das Gutschriftsverfahren steht in S/4HANA technisch unverändert da, mit dem Eingangsmonitor VSB1N, eigenem Customizing und dem Basistyp GSVERF03. Auch das Logistik-Informationssystem läuft in beiden Systemen gleichermaßen, mit Standardanalysen und statistischem Neuaufbau; SAP entwickelt es nicht weiter, aber es trägt weiterhin die Fortschrittszahlen. Deren Datenbasis ist die Infostruktur S073.
Kundeneigene Logik zum Rücksetzen der Fortschrittszahlen lässt sich in S/4HANA nur für zwei der vier Verfahren auf den neuen Erweiterungsweg heben; wer mit Korrekturlieferungen oder mit APO-Anbindung fährt, bleibt beim Customer-Exit. Die Präferenzkalkulation ist im SD kein Thema mehr: Die alten Objekte liegen technisch noch im Repository, gearbeitet wird über SAP GTS, während Intrastat, Legal Control und Warentarifnummern im S/4-Kern bleiben. Und bei den Frachtkosten kommt ein Weg hinzu, weil embedded TM neben dem klassischen Frachtkostenbeleg, der Dienstleistungsbeschaffung und den geplanten Bezugsnebenkosten steht.
Für die Bestandsaufnahme heißt das: Sie muss aus dem Produktivsystem kommen.
Entwicklung, Qualitätssicherung und Produktion laufen über die Jahre auseinander, und ein Fit-Gap allein aus der Entwicklung führt in die Irre.
Zuschnitt
So lässt sich die Zusammenarbeit schneiden
- Interim-Inhouse in Teilzeit: SD- und EDI-Betreuung für zwei bis drei Tage je Woche, mit Incidents, Änderungsanträgen und der Abstimmung zwischen Fachbereich, Entwicklung und EDI-Dienstleister.
- EDI-Onboarding eines neuen Kunden oder Werks: von der Auswertung der Lieferantenvorschrift über Partnervereinbarung, Vorgangscodes und Nachrichtenfindung bis zum ersten grünen Abruf, zum ersten Avis und zur ersten Gutschrift im Testsystem.
- Health-Check der Abruf- und Avis-Strecke: strukturierte Aufnahme der IDoc-Fehlerbilder, Partnervereinbarungen und Findungssätze, am Ende eine priorisierte Mängelliste mit Aufwand je Punkt.
- Störungsfall und Zweitmeinung: begrenzter Einsatz auf ein konkretes Problem — der Abruf bucht nicht, das Avis kommt beim Kunden nicht an, die Gutschriften laufen auf Fehler. Am Ende steht der Befund, an welcher Stelle es klemmt: Findung, Mapping, Customizing oder Stammdaten.
- Prototyp vor der Investitionsentscheidung: eine Strecke in Ihrem Sandbox- oder Entwicklungssystem aufbauen, damit vorher feststeht, was der Standard trägt und wo Eigenentwicklung nötig wird.
- Template und Werksrollout: die Abruf-, Avis- und Abrechnungsstrecke eines bestehenden Templates in ein weiteres Werk bringen, mit Testfällen entlang der Nachrichtenarten, Key-User-Schulung und Hypercare bis zum ersten echten Abruf.
Einzelberater mit Partnernetz
Zur Person
Mein Arbeitsfeld ist seit vielen Jahren SAP, den größten Teil davon im Vertriebs- und Logistikumfeld. Der Automotive-Schwerpunkt kam später dazu und trägt seither den überwiegenden Teil der Mandate: Abrufe, JIT, Fortschrittszahlen, Avis, Etikett, Gutschriftsverfahren.
Dieselben Mechanismen greifen auch außerhalb der Branche. Bei einem Chemiedistributor, im Handel oder im Anlagenbau läuft die Strecke ebenfalls über Partnervereinbarung, Nachrichtenfindung und IDoc-Verarbeitung, nur mit anderen Nachrichtentypen und anderen Partnerrollen.
Ich arbeite als Einzelberater mit einem Partnernetz für Themen, die neben meinem Schnitt liegen — Basis, größere ABAP-Vorhaben, Berechtigungen. Was davon zu einem Einsatz gehört, lege ich beim Zuschnitt offen fest: was ich selbst mache und was aus dem Partnernetz kommt.
Erstes Gespräch
Was ein erstes Gespräch braucht
Nennen Sie die Strecke, das Fehlerbild und den Systemstand — per Anruf oder in ein paar Zeilen. Damit lässt sich einordnen, ob es ein Customizing-, ein Mapping- oder ein Stammdatenthema ist und wie groß der Einsatz wird.
Telefon: +49 173 7611960 E-Mail: robert (at) lissack.de
Ein Profil mit Projektübersicht sende ich auf Anfrage zu, abgestimmt auf Ihre Fragestellung. Die Angaben, die Einkauf und IT-Sicherheit für ein Onboarding brauchen, stehen unter „Zusammenarbeit und Kontakt“.
Rufen Sie an unter +49 173 7611960 oder schreiben Sie an robert (at) lissack.de. Eine kurze Schilderung der Strecke und des Fehlerbildes genügt für den Anfang.