Über mich
Vom Kundenabruf bis zur Gutschrift
Ich baue in SAP die Strecke, über die ein Automobilzulieferer beliefert und abgerechnet wird. Sie beginnt mit dem Abruf des Kunden und endet bei dessen Gutschrift. Dazwischen liegen Lieferplan und Bedarf, Kommissionierung, Verpackung, Warenausgang, Lieferavis, Etikett und die eigene Rechnung.
Ich arbeite auf beiden Seiten dieser Strecke: im SAP-Customizing und an der EDI-Anbindung. Die SAP-Einstellungen für den Nachrichtenaustausch und die Feldvorgabe für den Konverter beurteile ich zusammen. Das erspart die Schleife, in der sich zwei Zuständigkeiten den Fehler gegenseitig zuschieben.
Mein Nachname steht mal als Lissack, mal als Lißack — in Verträgen, Verzeichnissen und Systemen. Beides bin ich; die Domain führt die vereinfachte Schreibweise.
Über den Betrieb in die Beratung
Ich bin nicht über die Beratung in die Automobillogistik gekommen, sondern über den Betrieb. Angefangen habe ich in der IT eines Telekommunikationskonzerns, mit Ausbildung zum IT-Systemkaufmann und Jahren im Anwendersupport eines Rechenzentrums.
Der Einstieg in SAP kam über den Support für Produktionswerke: erst 1st und 2nd Level, dann 3rd Level in der Logistik. Störungsanalyse im laufenden Betrieb, Jahreswechsel, Inventur, Einweisung neuer Anwender.
Wer Störungen aufnimmt, sieht dieselben Fehlerbilder hundertmal. Ein Abruf, der keinen Lieferplan findet. Eine Einteilung, die in der Lieferfälligkeitsliste fehlt. Fortschrittszahlen, die nach dem Jahreswechsel nicht mehr zusammenpassen. Aus dieser Zeit stammt die Angewohnheit, ein Konzept erst dann für fertig zu halten, wenn der Fehlerfall darin steht.
Danach kamen Inhouse-Rollen bei einem Automobilzulieferer: Vertrieb, Versand und Lieferplanabwicklung, JIT und JIS, Tagesgeschäft neben Projektarbeit, Teilprojektleitung im Vertrieb bei Werks-Rollouts. Später die fachliche Verantwortung für den Versandbereich eines Konzern-Templates.
Heute arbeite ich freiberuflich. Die Mandate liegen bei Zulieferern, im Umfeld von Herstellern und dort, wo außerhalb der Automobilindustrie dieselben Mechanismen gebraucht werden.
Stationen als Rollen
Ich nenne keine Kundennamen. Was ich nennen kann, sind Rollen und Aufgabentypen.
- Support und Betrieb: 1st bis 3rd Level für SAP-Logistik in europäischen Produktionswerken. Störungsanalyse, Abschlussarbeiten im Vertrieb, Einweisung von Anwendern.
- Inhouse-Consultant beim Zulieferer: Vertrieb, Versand und Lieferplanabwicklung, JIT und JIS, Gutschriftsverfahren, Streckengeschäft. Daneben laufend kleinere Vorhaben aus dem Tagesgeschäft.
- Teilprojektleitung Vertrieb bei Werks-Rollouts: Aufnahme der lokalen Prozesse, Customizing, Test, Cutover, Betreuung nach dem Go-Live.
- Prozessverantwortung Versand in einem Konzern-Template: Konzeption der Ausgangsseite, Abstimmung mit den Prozessverantwortlichen, Abnahme gegen Testfälle, Einführung in mehreren Werken, Anbindung von Lagerdienstleistern.
- Beratung in Template- und Rollout-Projekten: Abgleich der Werksprozesse gegen das Template, Preis- und Steuerfindung, Intercompany und Umlagerung, Key-User-Schulung.
- EDI-Betreuung im Bestand: Spezifikation und Test neuer Mappings, Analyse von IDoc-Fehlerständen, Anbindung neuer Partner.
- Ausbildung: IT-Systemkaufmann, Betriebswirt (VWA), Bachelor of Business Administration.
- Sprachen: Deutsch als Muttersprache, Englisch als Projektsprache.
Wo ich in die Tiefe gehe
Fünf Abschnitte derselben Kette. Das ist der Bereich, in dem ich das System einstellen und das Ergebnis nachweisen kann.
Abruf und Lieferplan
Lieferabruf und Feinabruf laufen im Standard über denselben Strang — Nachrichtenart DELINS auf den Basistypen DELFOR01 und DELFOR02, Vorgangscode DELI. Registriert ist dort IDOC_INPUT_DELINS_START, der die Verarbeitung an IDOC_INPUT_DELINS weiterreicht. Ob eine Position Lieferabruf oder Feinabruf ist, steht je Position im Segment E1EDP10, Feld SCREL: 02 für den Feinabruf, 03 und 04 für den Lieferabruf. Die Findung des Lieferplans läuft über den Index in der Tabelle VLPKM, „Lieferpläne zum Kundenmaterial“, gelesen über den feldgleichen View M_VLPMA.
JIT und JIS
Produktionssynchroner Abruf und Mengenabruf kommen auf den Basistypen SEQJIT01 bis SEQJIT03 herein — der sequenzierte Abruf unter der Nachrichtenart SEQJIT, der Mengenabruf unter PAB_ORDERS, beide verarbeitet von IDOC_INPUT_SEQJIT. Ein Abruf zerfällt in Teilegruppen (JITIT) mit ihren Abrufkomponenten (JITCO); welche Aktion aus welchem internen Bearbeitungsstand in welchen Folgestand führt, legt das Aktionsnetz fest (Transaktion JITQ), das je Abrufsteuerung gilt. Feinabrufe müssen dabei nicht von außen kommen: JITH gleicht JIT-Abrufe gegen Liefer- und Feinabruf ab und erzeugt sie innerhalb des Feinabrufhorizonts, wahlweise per Batch-Input oder als IDoc.
Fortschrittszahlen und Jahreswechsel
Den Jahreswechsel steuert die Geschäftsjahresvariante des Warenempfängers (Partnerrolle WE), gepflegt in den allgemeinen Kundenstammdaten im Feld KNA1-PERIV. Ist keine gepflegt, rechnet das System mit dem Kalenderjahr. Das Reset-Verfahren selbst ist nicht customizingfähig: ohne Erweiterung gilt immer Verfahren A. In S/4HANA steht dafür der BAdI SD_SLS_RESET_CUMLTV_QTY_SA bereit, der nur die Verfahren A und B annimmt; die klassische Erweiterung V45L0001 läuft danach und überschreibt sein Ergebnis. Daneben bringt der Kunde im Abruf ein eigenes Nullstellungsdatum mit (Segment E1EDK09, Feld CYDAT).
Verpackung, NVE und Lieferavis
Ob eine Handling Unit überhaupt eine NVE bekommt, entscheidet die Packmittelart des Verpackungsmaterials (MARA-VHART) über das Feld NRVERG in Tabelle TVTY. Die 18-stellige NVE besteht aus HU-Art, ILN-Basisnummer aus dem Customizing (T313Y auf Werk- und Lagerortebene, T313Z auf Ebene der Lagernummer), laufender Nummer aus dem Nummernkreis und einer Modulo-10-Prüfziffer. Im ERP heißt das Objekt Packvorschrift (Transaktionen POP1 bis POP3), im EWM Packspezifikation.
Abrechnung und Gutschriftsverfahren
Im Gutschriftsverfahren rechnet der Kunde ab. Er erzeugt die Gutschrift aus seiner Rechnungsprüfung — im Standard über die automatische Wareneingangsabrechnung — und sendet sie als IDoc des Typs GSVERF01 bis GSVERF03. Beim Zulieferer kommt sie in SD an und wird gegen Lieferung und Faktura abgeglichen. SAP liefert dafür drei Verarbeitungswege unter drei getrennten Nachrichtentypen aus: die klassische Verarbeitung (GSVERF), die Variante mit automatischen Buchungen über den Eingangsmonitor VSB1N (SBWAP) und die Variante mit Rechnungserstellung (SBINV). Das Zahlungsavis REMADV ist beim Zulieferer ebenfalls eine Eingangsnachricht; die eigene Rechnung INVOIC geht hinaus und entfällt im reinen Gutschriftsverfahren.
Wie ich arbeite
Am liebsten steige ich am Fehlerbild ein. Ein Beispiel aus der Lieferplanfindung: Ein Abruf bleibt mit der Meldung V4 035 stehen, kein eindeutiger Lieferplan. Der Anwender antwortet, es gebe doch nur einen — und hat damit recht, ohne dass die Meldung falsch wäre. Findet der Standard mit dem vollen Schlüssel nichts, sucht er ein zweites Mal, nur noch über Kundennummer und Kundenmaterial — und dieser zweite Zugriff endet immer in 035, auch bei genau einem Treffer. Die Ursache liegt dann eine Ebene früher: Kundenwerk oder Abladestelle passen nicht zum Index, oder in der Partnertabelle T663A steht, dass die Abladestelle geprüft werden soll. V4 034 ist das gegenteilige Bild, gar kein Treffer — häufig, weil eine Lieferplanposition einen Absagegrund trägt und aus der Trefferliste fällt.
Dasselbe gilt für Symptome, die gleich klingen. „Die Position taucht in VL10 nicht auf“ und „es entsteht kein Bedarf“ sind zwei Schalter im Einteilungstyp: Die Lieferrelevanz füllt den Lieferfälligkeitsindex VEPVG, die Bedarfsübergabe den Bedarfssatz in VBBE. Wer beides zusammenwirft, sucht an der falschen Stelle.
Bei EDI liegen SAP-Seite und Spezifikation bei mir: Partnervereinbarung, Vorgangscodes, Nachrichtensteuerung, Fehlerbestände im Eingang. Für den Konverter schreibe ich die Vorgabe je Feld, prüfe das Ergebnis und teste es gegen den Beleg. Betrieb und Administration der Konverterplattform liegen nicht bei mir.
Ergebnisse liegen schriftlich vor: Fachkonzept, Customizing-Dokumentation, Testfälle mit Protokoll, Schulungsunterlage und eine Übergabe, mit der ein AMS-Team oder ein Inhouse-Nachfolger weiterarbeiten kann. Jede transportfähige Änderung geht über einen Transportauftrag, auch die kleine.
Alte und neue Standards nebeneinander
Ich arbeite laufend auf ECC und auf S/4HANA. Das ist bei Zulieferern der Normalfall, weil ein Werk umgestellt ist und das nächste noch nicht. Wo sich die Stände unterscheiden, sage ich es dazu: Der BAdI für den Reset der Fortschrittszahlen im SD-Lieferplan zum Beispiel existiert nur in S/4HANA, im klassischen ECC gibt es dafür ausschließlich die Erweiterung.
Auf der Nachrichtenseite ist es ähnlich. Der Lieferabruf nach VDA 4905 ist abgelöst, der Feinabruf 4915 und der Lieferschein 4913 gelten nicht mehr als empfohlen — im Einsatz sind sie in weiten Teilen der Industrie trotzdem. Die Global-Serie daneben besteht aus 4984 (DELFOR) für Lieferabrufe, 4985 (DELJIT) für JIT-Abrufe, 4986 für produktionssynchrone Abrufe (JIS), 4987 für das Lieferavis, 4938 für Rechnung und Gutschriftsanzeige und 4988 für das Zahlungsavis. Das Global Transport Label 4994 ist ein Etikettenstandard und löst den Warenanhänger 4902 ab; die Daten dazu wandern per Lieferavis. Wer eine Strecke plant, muss alte und neue Nummern bedienen und für jede Nachricht die SAP-Entsprechung kennen.
Allein, mit Partnern wo nötig
Ich arbeite als Einzelberater. Konzept, Customizing, Test und Abnahme bleiben bei mir, und Sie haben einen Ansprechpartner.
Wo eine Aufgabe mehr als eine Person braucht — ABAP-Entwicklung im Vertriebs-, Versand- und EDI-Umfeld, Basis-Themen, Testunterstützung in einem Rollout —, ziehe ich Partner hinzu, mit denen ich bereits gearbeitet habe. Wer das ist, sage ich vorher, und Sie entscheiden mit.
Was ich nicht zusage: einen Betriebsdienst mit Rufbereitschaft und Vertretung. Dafür braucht es eine Mannschaft, und die stelle ich nicht. Wenn ein Mandat darauf hinausläuft, sage ich das im ersten Gespräch.
Standort, Arbeitsmodell, Vertraulichkeit
Sitz ist Schwieberdingen bei Stuttgart. Der Regelfall ist Remote-Arbeit, mit Terminen vor Ort, wenn Workshops, Integrationstests oder ein Go-Live es verlangen. Im Raum Stuttgart geht das ohne Reisekosten, darüber hinaus nach Absprache.
Auf dieser Seite stehen keine Kundennamen. Was ich über einen Auftraggeber weiß — Systemstände, Partner, offene Fehler, geplante Vorhaben —, bleibt dort. Für eine Einordnung, welche Projekte zu Ihrer Fragestellung passen, reicht ein Gespräch; ein Profil stelle ich auf Anfrage zusammen, abgestimmt auf die Rolle.
Stand dieser Seite: August 2026.
Direkter Kontakt
Es gibt kein Sekretariat und keinen Vertrieb dazwischen. Wer anruft, spricht mit mir. Anfragen beantworte ich kurzfristig; den Umfang klären wir vorab.
+49 173 7611960 robert (at) lissack.de
Robert Lissack — SAP-ConsultingAnne-Frank-Straße 5, 71701 Schwieberdingen
Telefon +49 173 7611960
E-Mail robert (at) lissack.de
Nützlich für den ersten Anruf: welche Nachrichtenart betroffen ist, welche Meldung im IDoc steht und ob das System auf ECC oder S/4HANA läuft.