Zwei Meldungen aus demselben Haus, die im Ticket wie eine klangen. Der Versand meldet, VL10 finde bestimmte Positionen nicht. Die Disposition meldet, zu denselben Materialien entstehe kein Bedarf. Weil beides als ein Fehler behandelt wurde, blieb der Vorgang liegen: Jede Seite wartete auf die Klärung der anderen.
Symptom
Einteilungen sind im Lieferplan vorhanden und terminiert. Trotzdem erscheinen sie nicht in der Lieferfälligkeit, und in der Disposition sind sie ebenfalls nicht zu sehen. Das sieht nach einer Ursache aus und sind zwei.
Ursache
Im Einteilungstyp, gepflegt über VOV6 in der Tabelle TVEP, stehen dafür zwei voneinander unabhängige Ankreuzfelder: LFREL für die Lieferrelevanz und BEDSD für die Bedarfsübergabe. Ein drittes, ATPPR, schaltet die Verfügbarkeitsprüfung. Drei Schalter, nicht einer — und zwei getrennte Datenspuren.
| Fehlendes Kennzeichen | Symptom | Wo man nachsieht |
|---|---|---|
| LFREL | nicht in VL10, obwohl ein Bedarf existieren kann | Lieferfälligkeitsindex VEPVG |
| BEDSD | kein Bedarfssatz, obwohl lieferbar | VBBE |
Eine gefüllte Bedarfsart im Einteilungstyp beweist dabei nichts. Sie legt nur fest, welcher Bedarf entstünde; ob überhaupt einer entsteht, entscheidet allein BEDSD.
Die Lieferrelevanz gibt es zudem auf zwei Ebenen: am Positionstyp in TVAP für Positionen ohne Einteilungen und am Einteilungstyp in TVEP für alles mit Terminen. Bei Materialpositionen zählt der Einteilungstyp. Eine Prüfung, die nur den Positionstyp ansieht, findet den Fehler nicht.
Im Lieferplan mit Abruf, Belegart LZ und Positionstyp LZN, kommt der Einteilungstyp aus der Findung in VOV5, Tabelle TVEPZ, und hängt am Dispomerkmal des Materials: CP bei plangesteuerter, CV bei verbrauchsgesteuerter und CN bei nicht disponierter Ware. CN ist lieferrelevant und arbeitet mit Bewegungsart 601, übergibt aber keinen Bedarf. Ein falsch gesetztes Dispomerkmal erzeugt damit genau das Bild aus beiden Meldungen, obwohl die Einteilungstypfindung selbst korrekt arbeitet.
Vorgehen
- Die beiden Symptome getrennt und je Symptom die zuständige Spur geprüft: VEPVG für die Lieferfälligkeit, VBBE für den Bedarf. Damit war die Zuständigkeitsfrage entschieden, bevor jemand eine Einstellung angefasst hat.
- Dispomerkmal in den betroffenen Materialstämmen korrigiert.
- Die Einteilungstypfindung gegen die Sollbelegung abgeglichen, statt am Einteilungstyp selbst zu drehen.
- Die vorhandenen Belege nachgezogen, damit der Bestand nicht zweigeteilt bleibt.
Die Reihenfolge ist der Punkt: erst das Symptom der richtigen Spur zuordnen, dann die Tabelle aufmachen. Wer mit dem Einteilungstyp anfängt, ändert eine Einstellung, die für andere Belege richtig ist.
Ergebnis
Die Lieferfälligkeit war wieder vollständig, die Bedarfe standen in der Disposition. In der Betriebsdokumentation steht seitdem, welches Symptom auf welchen Schalter zeigt — das erspart dem Haus die Diskussion, ob es sich um ein Versand- oder ein Dispositionsproblem handelt.
Die Station im Zusammenhang beschreibt Einteilungen: lieferrelevant und bedarfswirksam. Warum die beiden Kennzeichen wirklich unabhängig sind und welches Beispielpaar dabei regelmäßig danebengeht, steht in Kein Bedarf oder keine Lieferfälligkeit. Woher die Einteilungen kommen, steht unter Lieferabruf und Feinabruf im Eingang.
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