Die Fertigung sagt, die Teile seien gefahren. Das Cockpit sagt etwas anderes: Teilegruppen hängen in einem Bearbeitungsstand fest und lassen sich nicht weiterschalten. Der Rückstand wächst täglich, und niemand kann ihn abbauen, weil die Vorgänge formal noch offen sind.
Symptom
Bei produktionssynchroner Belieferung bleiben Teilegruppen in einem Bearbeitungsstand stehen. Im Cockpit sieht der Vorgang offen aus, in der Fertigung ist er erledigt. Die Abrufe des Kunden laufen normal weiter herein — das Bild ist also kein Eingangsfehler, sondern ein Statusfehler.
Ursache
Ein JIT-Abruf zerfällt in Teilegruppen, Tabelle JITIT; jede Teilegruppe trägt ihre Abrufkomponenten in JITCO, darüber steht der Abrufumfang JITHD. Jede Teilegruppe führt zwei Statusinformationen, und die werden im Gespräch regelmäßig in einen Topf geworfen:
- den externen Status, den der Kunde meldet und den das Customizing in CJIT03 auf den SAP-Status umsetzt,
- den internen Bearbeitungsstand aus CJIT04. „Interner Status“ ist keine SAP-Bezeichnung.
Welche Aktion aus welchem Bearbeitungsstand in welchen Folgestand führt, legt das Aktionsnetz fest — anzeigbar über die Transaktion JITQ, hinterlegt in CJIT06 und CJIT07. Es gilt je Abrufsteuerung; die Abrufsteuerung selbst steht vierstellig in CJIT01 und hängt am Teilegruppentyp in JITPG. Ohne hinterlegten Übergang kommt die Teilegruppe nicht in den Folgestand.
Zweiter Punkt: Der Abruftyp wird nicht im Kundenstamm eingestellt. Er steht je Abruf in JITHD-ABTYP und kommt vom Kunden im Kopfsegment E1KSJCL — S für den produktionssynchronen Abruf, D für den Mengenabruf, I für den internen Abruf aus dem Pufferlager. Die drei sind gleichrangig; keiner ist ein Unterfall des anderen. Der JIT-Kundenstamm JITCU liefert dazu nur einen Vorschlagswert und steuert unter anderem die Teilegruppenfindung über das Findungsprofil in CJIT08. In diese Findung gehen Abladestelle und Verbauort ein, gepflegt je Kunde in JITPGD.
Vorgehen
- Das Aktionsnetz je Abrufsteuerung aufgenommen und mit dem tatsächlich gefahrenen Ablauf verglichen. Die fehlenden Übergänge wurden ergänzt.
- Das Aktionsprotokoll eingeschaltet — es hat in der Abrufsteuerung ein eigenes Kennzeichen. Ohne Protokoll diskutiert man über Vermutungen.
- Die Teilegruppenfindung über Abladestelle und Verbauort nachgezogen und gegen die Meldungen des Kunden geprüft.
- Den Abruftyp am Beleg gelesen statt im Kundenstamm — dort steht nur der Vorschlag.
Ergebnis
Die Abrufe liefen wieder bis in den Endstand durch, der Rückstand im Cockpit löste sich auf. Das Aktionsprotokoll blieb eingeschaltet, damit der nächste gleichartige Fall ohne Debugger auskommt.
Eine Trennlinie verschwimmt in solchen Gesprächen regelmäßig: Der Feinabruf ist kein JIT-Beleg. Als EDI-Eingangsnachricht läuft er über denselben Strang wie der Lieferabruf, Nachrichtenart DELINS auf den Basistypen DELFOR01 und DELFOR02. Sequenz- und Mengenabruf laufen dagegen auf SEQJIT01 bis SEQJIT03, verarbeitet von IDOC_INPUT_SEQJIT.
Die Station im Zusammenhang steht unter JIT und JIS, der zweite Strang unter Lieferabruf und Feinabruf im Eingang. Welche Nachrichtenart auf welchem Basistyp sitzt und warum das für die Partnervereinbarung zählt, steht in Feinabruf, Sequenzabruf, Mengenabruf: zwei Stränge, drei Abruftypen.
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