Ob ein Packstück eine NVE trägt, entscheidet weder das Etikett noch der Konverter, sondern ein einzelnes Customizing-Feld zur Packmittelart — und in einer seiner Ausprägungen bekommt die Handling Unit eine Nummer, aber keine NVE.
Die Packmittelart entscheidet
Das Verpackungsmaterial trägt nur die Packmittelart im Feld MARA-VHART. Die Ja-Nein-Entscheidung liegt eine Ebene tiefer, im Customizing der Packmittelart: Tabelle TVTY, Feld NRVERG.
| TVTY-NRVERG | Wirkung |
|---|---|
| A | SSCC18 wird schon beim Anlegen der Handling Unit erzeugt |
| B | Nummer aus dem Nummernkreisobjekt HU_VEKP — die HU bekommt eine Nummer und keine NVE |
| leer | beliebige externe Nummer vorgebbar, keine HU-Funktionalität |
HU-Nummer und NVE sind nicht dasselbe. Wer beides gleichsetzt, sucht den Fehler im Etikettendruck statt im Customizing.
Nicht verwechseln mit der Materialgruppe Packmittel (MARA-MAGRV, Tabelle TVEGR): Die steuert erlaubte Packmittel und die Packvorschriftsfindung, nicht die Nummernvergabe.
Wie die 18 Stellen zustande kommen
| Teil | Herkunft |
|---|---|
| HU-Art, eine Stelle | TVTY-SSCC18 — 0 Karton, 1 Palette, 2 Container, 3 unbestimmt, 4 unternehmensintern, 5 bis 9 frei |
| ILN-Basisnummer | Feld ILNBN aus dem Customizing |
| laufende Nummer | Nummernkreis, Objekt aus NROBJ (im Standard LE_SSCC) |
| Prüfziffer | Modulo 10, letzte Stelle |
Die Länge der ILN-Basisnummer ist nicht fest auf sieben Stellen gesetzt, sie ergibt sich aus der Länge des Nummernkreises; dazwischen stehen bei Bedarf führende Nullen. Eine Prüfregel mit fester Stellenaufteilung läuft deshalb irgendwann gegen einen gültigen Beleg.
Die ILN-Basisnummer wird kaskadierend gesucht
| Stufe | Gelesen wird | Tabelle |
|---|---|---|
| 1 | Werk plus Lagerort | T313Y |
| 2 | Lagernummer | T313Z |
| 3 | Werk allein, ohne Lagerort | T313Y |
| 4 | Mandantenebene, Werk und Lagerort leer | T313Y |
T313Z ist also nicht die zweite Ebene von Werk und Lagerort, sondern der Einstieg über die Lagernummer — die Tabelle hat gar kein Feld für Werk oder Lagerort. Die Stufen 3 und 4 lesen wieder T313Y, nur mit geleertem Lagerort beziehungsweise Werk.
Beide Tabellen tragen dieselben Nutzfelder: ILNBN, NROBJ, NRKRI, NRKRE und DONT_USE. Gesperrte Sätze werden übersprungen; das Sperrkennzeichen setzt sich selbst, sobald das Nummernkreisintervall seine letzte Nummer ausgegeben hat. Findet die Kaskade nichts, bricht die Vergabe mit dem Hinweis auf fehlende ILN-Basisnummer und fehlendes Nummernkreisobjekt ab. Einen eigenen Pflege-View gibt es zu beiden nicht — gepflegt wird über die IMG-Aktivitäten der Handling-Unit-Verwaltung.
Was hinterher im Beleg steht
Die vergebene Nummer steht in VEKP-EXIDV, ihre Herkunft in VEKP-EXIDA. Ob eine Lieferung echte NVE trägt, ist damit beantwortet, bevor man das Avis öffnet.
| VEKP-EXIDA | Herkunft der Nummer |
|---|---|
| C | generierte SSCC18 |
| E | externer HU-Nummernkreis |
| A | interne Nummer |
Was im Lieferavis darunter hängt
Im Lieferavis (Basistyp DELVRY03) hängt unter dem Packstückkopf E1EDL37 genau ein Segment E1EDL38 — und das führt keine Merkmale, sondern Bezeichnungstexte zum Packmittel: Packmittelbezeichnung, Versandelementgruppen, Versandhilfsmittelart, Materialgruppe. Wer dort Klassifizierungsmerkmale erwartet, sucht falsch.
Und zur Norm: VDA 4994 ist kein Nachrichtenformat, sondern ein Etiketten- und Nummernstandard; die Daten dazu wandern per Lieferavis nach VDA 4987 (DESADV).
Die Station in der Prozesskette: Kommissionieren, Verpacken, NVE. Danach folgen Lieferavis und Etiketten und Papiere. Die Normseite: VDA-Empfehlungen, Symptome: Fehlerbilder.

