Im Monitor stehen zwei rote Abrufe, und das Ticket sagt: „Zweimal derselbe Fehler, Lieferplan wird nicht gefunden.“ Beide IDocs stehen auf Status 51, beide Meldungen kommen aus der Klasse V4. Trotzdem sind es zwei verschiedene Fehlerbilder, und die Korrekturen laufen in entgegengesetzte Richtungen.
Symptom
V4 034 heißt: kein Treffer. V4 035 heißt: mehrere Treffer, die Findung ist nicht eindeutig. Im Monitor sehen beide gleich aus — roter Abruf, kein Beleg, keine Einteilung.
| Meldung | Bedeutung | Wo man ansetzt |
|---|---|---|
| V4 032 | Auftraggeber nicht ermittelbar | T661W |
| V4 033 | Sonderregel zum Auftraggeber fehlt | T663A |
| V4 034 | kein Lieferplan gefunden | Index, Kriterien, Absagegrund |
| V4 035 | Findung nicht eindeutig | Protokoll V4 073 bis 075 |
| V4 078 | Indexeintrag ohne Beleg | Index gegen Belegkopf |
Ursache
Gesucht wird im Index VLPKM, den SAP selbst „Lieferpläne zum Kundenmaterial“ nennt; gelesen wird er über den feldgleichen View M_VLPMA. Selektiert wird über Kundenmaterial, Auftraggeber, Kundenwerk, Abladestelle, Abrufverwendung und Bezeichnung. Verkaufsorganisation, Vertriebsweg, Sparte und Verkaufsbelegart stehen zwar im Schlüssel, filtern aber nicht: Der Verkaufsbereich wird erst nach dem Zugriff verprobt, über die eigene Lieferantennummer im System des Kunden (KNVV-EIKTO). Passt sie nicht zum Treffer, kommt V4 298; fehlt sie ganz, V4 076.
Ob Abladestelle und Bestellnummer überhaupt als Kriterium wirken, entscheidet nicht die Struktur des Index, sondern die Partnertabelle T663A mit den Kennzeichen ABLADPL und BSTNKP. Ist ABLADPL leer, wird die Abladestelle bei der Suche maskiert — sie ist dann Schlüsselfeld, aber kein Filter.
Eigene Beachtung verlangt 035 bei genau einem Lieferplan. Findet der genaue Zugriff nichts, wiederholt der Standard die Suche nur mit Kundenmaterial und Auftraggeber. In diesem Zweig setzt SAP den Trefferzähler bewusst auf zwei, mit dem Hinweis, ein Einzeltreffer aus dieser Notsuche könne trotzdem der falsche Lieferplan sein. Der Pfad endet also immer in 035, nie in einer stillen Verbuchung.
„Es gibt doch nur einen Lieferplan“ ist deshalb kein Gegenargument, sondern die Beschreibung des Normalfalls dieses Zweigs. Ein Abruf ohne Kundenwerk führt genau dorthin.
Zwei weitere Ursachen sieht man der Meldung nicht an. Lieferplanpositionen mit Absagegrund fallen aus der Trefferliste und erscheinen nur noch als Warnung V4 053 — eine abgesagte Position sieht im Index unverändert aus und erzeugt trotzdem ein 034. Und V4 078 meldet einen verwaisten Indexeintrag: Der Index nennt eine Lieferplannummer, die es im Belegkopf nicht mehr gibt.
Vorgehen
- Zuerst die Meldungsnummer, dann der Status. Ohne diese Trennung korrigiert man in die falsche Richtung.
- Bei 035 das Protokoll lesen: Zu jedem Treffer schreibt der Standard V4 073, 074 und 075 mit den Findungswerten — Lieferplan, Kundenmaterial, Auftraggeber, Werk, Abladestelle, Verwendungskennzeichen, Verkaufsorganisation, Vertriebsweg, Sparte, Auftragsart und Abschlussnummer.
- Bei 034 die Kette von hinten aufrollen: T661W, T663A, Indexeintrag, Absagegrund.
- Nicht in VLPMA suchen. Die Tabelle ohne führendes M ist der Vertriebsindex der Lieferungspositionen zu Material und hat mit der Abruf-Findung nichts zu tun.
Eine Falle beim Testen zum Schluss: Ob derselbe Abruf abbricht oder nur eine Information zeigt, hängt an der Nachrichtenversion MSGVS in T663A, gepflegt je Auftraggeber und Abladestelle. Ein Dialogtest kann deshalb unauffällig durchlaufen, während der Hintergrundlauf denselben Beleg auf Fehler setzt.
Ergebnis
Bei 034 fehlt etwas: ein Satz in einer der Steuertabellen, ein Indexeintrag oder ein Kriterium im Abruf. Bei 035 ist die Findung zu unscharf, meist weil das Kundenwerk fehlt. Wer die beiden trennt, spart sich den Umweg über Korrekturen, die das jeweils andere Bild erzeugen.
Die Findung im Zusammenhang steht unter Die Lieferplanfindung, der Eingang davor unter Lieferabruf und Feinabruf im Eingang. Ein Fall, in dem sich hinter 034 ein verwaister Index verbarg, steht unter Der Abruf kommt an, der Lieferplan bleibt leer. Warum das Kundenwerk bei einer Formatumstellung darüber mitentscheidet, ob die Findung eindeutig wird, steht in Die VDA-Umstellung: was der Standard trägt und was nicht.
Weiter in dieser Rubrik
- Der Abruf kommt an, der Lieferplan bleibt leer
- Nach dem Geschäftsjahreswechsel laufen die Fortschrittszahlen auseinander
- Das Lieferavis stimmt in der Menge, nicht in der Struktur
- Die Selbstabrechnung des Kunden findet die Lieferung nicht
- Die Einteilung fehlt in der Lieferfälligkeit – oder in der Disposition
- Der JIT-Abruf steht, obwohl die Teile längst gefahren sind
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