Die Meldung aus dem Fachbereich lautet: „Der Kunde ruft ab, bei uns kommt nichts an.“ Die Übertragung ist quittiert, die IDocs liegen im System, im Lieferplan stehen aber unverändert die alten Einteilungen. Die Disposition plant weiter gegen einen Stand, den es beim Kunden längst nicht mehr gibt.
Symptom
Im Eingang stehen die Abrufe auf IDoc-Status 51 mit der Meldung V4 034: kein Lieferplan gefunden. Der Lieferplan existiert, das Kundenmaterial ist am Beleg gepflegt, die Anzeige des Belegs sieht vollständig aus. Genau das macht das Bild zäh — wer den Beleg aufruft, findet nichts, was fehlen könnte.
Zwei Meldungsnummern sehen im Monitor gleich aus und verlangen gegenläufige Korrekturen. Deshalb steht am Anfang die Trennung:
| Meldung | Bedeutung | Richtung der Korrektur |
|---|---|---|
| V4 034 | kein Treffer | Eintrag oder Kriterium fehlt |
| V4 035 | mehrere Treffer | Findung ist nicht eindeutig |
Ursache
Die Eingangsverarbeitung liest nicht die Auftragsposition. Sie sucht über den Index VLPKM, im Data Dictionary „Lieferpläne zum Kundenmaterial“, gelesen über den feldgleichen View M_VLPMA. Selektiert wird über Kundenmaterial, Auftraggeber, Kundenwerk, Abladestelle, Abrufverwendung und Bezeichnung. Verkaufsorganisation, Vertriebsweg, Sparte und Verkaufsbelegart stehen zwar im Schlüssel des Index, filtern aber nicht; der Verkaufsbereich wird erst nach dem Zugriff verprobt, über die eigene Lieferantennummer im System des Kunden (KNVV-EIKTO).
In diesem Fall fehlte der Indexeintrag zu diesem Kundenmaterial. Der Lieferplan war vollständig, im Index stand er nicht — und für die Findung zählt allein der Index, nicht die Anzeige des Belegs.
Nicht zu verwechseln: VLPKM ist der Index der Lieferplanfindung. Die Tabelle VLPMA ohne führendes M ist der Vertriebsindex der Lieferungspositionen zu Material und hat mit dem Abruf nichts zu tun.
Vorgehen
Die Steuerkette wird von hinten aufgerollt, nicht vom Beleg aus. Vorgeschaltet ist die Ermittlung des Auftraggebers über T661W, gelesen mit Lieferant, Kundenwerk und Abladestelle. Fehlt dort der Satz, endet der Abruf mit V4 032, bevor der Index überhaupt gefragt wird. Fehlt zum Auftraggeber die Sonderregel in T663A, kommt V4 033. Ob Abladestelle und Bestellnummer als Filter wirken, entscheidet ebenfalls T663A über die Kennzeichen ABLADPL und BSTNKP.
- T661W auf den Satz zu Lieferant, Kundenwerk und Abladestelle geprüft.
- T663A auf Sonderregel und auf die beiden Filterkennzeichen geprüft.
- Den fehlenden Indexeintrag wiederhergestellt und anschließend im Index gegengeprüft, statt am Beleg zu suchen.
- Positionen mit Absagegrund geprüft: Sie fallen aus der Trefferliste und werden nur als Warnung V4 053 protokolliert.
- Den Originalabruf wiederholt, keinen konstruierten Testfall gebaut.
Der letzte Punkt ist kein Formalismus. Ein Testfall trifft selten dieselbe Kombination aus Partner, Kundenwerk, Abladestelle und Abrufverwendung, und genau diese Kombination entscheidet hier.
Ergebnis
Die Abrufe liefen durch, die Einteilungen standen wieder im Lieferplan. In die Betriebsdokumentation ging, welche Meldungsnummer auf welche Stelle der Kette zeigt — einschließlich V4 078 als Gegenstück: eine Lieferplannummer, die im Index steht, im Belegkopf aber nicht mehr existiert.
Wie der Abruf überhaupt hereinkommt, steht unter Lieferabruf und Feinabruf im Eingang; die Findungslogik im Zusammenhang unter Die Lieferplanfindung. Warum dieselbe Findung Mehrdeutigkeit meldet, obwohl es nur einen Lieferplan gibt, steht in V4 034 und V4 035 sind zwei verschiedene Fehlerbilder. Welche Nachrichtenarten auf welchem Strang laufen, ist unter Feinabruf, Sequenzabruf, Mengenabruf beschrieben.
Weiter in dieser Rubrik
- Nach dem Geschäftsjahreswechsel laufen die Fortschrittszahlen auseinander
- Das Lieferavis stimmt in der Menge, nicht in der Struktur
- Die Selbstabrechnung des Kunden findet die Lieferung nicht
- Die Einteilung fehlt in der Lieferfälligkeit – oder in der Disposition
- Der JIT-Abruf steht, obwohl die Teile längst gefahren sind
- V4 034 und V4 035 sind zwei verschiedene Fehlerbilder
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