Hier stehen Diagnosen aus der Abwicklung zwischen Automobilzulieferer und Automobilhersteller: Fälle, in denen die Kette zwischen Lieferabruf, Lieferung, Lieferavis und Abrechnung stehenbleibt, obwohl alles grün aussieht. Jeder Fall folgt demselben Raster.
- Symptom — was gemeldet wird, in der Sprache des Fachbereichs.
- Ursache — die Stelle im Standard, an der es tatsächlich klemmt.
- Vorgehen — in welcher Reihenfolge ich nachsehe und woran ich es festmache.
- Ergebnis — was danach anders läuft und was in die Betriebsdoku geht.
Ohne Kundennamen, ohne Belegnummern, ohne fremde Konfiguration. Wie der Standard gebaut ist, steht unter Prozesse & Knowhow.
Die Diagnosen
- Der Abruf kommt an, der Lieferplan bleibt leer — die IDocs liegen im System, im Lieferplan stehen unverändert die alten Einteilungen.
- V4 034 und V4 035 sind zwei verschiedene Fehlerbilder — zwei rote Abrufe auf demselben Status, mit gegenläufigen Korrekturen.
- Die Einteilung fehlt in der Lieferfälligkeit – oder in der Disposition — der Versand findet Positionen nicht, die Disposition sieht keinen Bedarf.
- Nach dem Geschäftsjahreswechsel laufen die Fortschrittszahlen auseinander — beide Seiten rechnen richtig, aber gegen verschiedene Anfangsstände.
- Das Lieferavis stimmt in der Menge, nicht in der Struktur — der Kunde kann im Wareneingang nicht gegen die Packstücke vereinnahmen.
- Die Selbstabrechnung des Kunden findet die Lieferung nicht — die Gutschriften bleiben im Fehler stehen, nachgearbeitet wird von Hand.
- Der JIT-Abruf steht, obwohl die Teile längst gefahren sind — Teilegruppen hängen in einem Bearbeitungsstand fest, der Rückstand wächst.
Zwei Fälle, an denen sich das Raster zeigt
Der häufigste Streitfall im Abrufeingang sind zwei Meldungen derselben Klasse, die gleich aussehen und gegenläufig zu korrigieren sind: V4 034 und V4 035. Beide Abrufe stehen auf demselben IDoc-Status, beide melden ein Findungsproblem — die eine, weil gar kein Lieferplan gefunden wurde, die andere, weil der Zugriff nicht eindeutig blieb. Wer die Korrektur des einen Falls auf den anderen anwendet, verschlimmert ihn.
Der zweite Fall kommt einmal im Jahr und trifft dann alle Abrufe eines Kunden gleichzeitig: Nach dem Geschäftsjahreswechsel rechnen Zulieferer und Abnehmer gegen verschiedene Anfangsstände. Maßgeblich ist die Geschäftsjahresvariante des Warenempfängers, und welches der vier Reset-Verfahren greift, lässt sich nicht customizen — ohne Erweiterung gilt hart das automatische Rücksetzen. Dazu kommt das Nullstellungsdatum, das der Kunde selbst im Abruf mitschickt.
Zu beiden Fällen steht der Hintergrund ausführlicher unter Lieferplanfindung und Der Fortschrittszahlen-Reset zum Jahreswechsel.
Wenn Ihr Fehlerbild hier nicht steht: Schreiben Sie mir Meldungsklasse, Meldungsnummer und Belegart. Mehr brauche ich für eine erste Einschätzung nicht — und mehr sollten Sie mir auch nicht schicken. Erreichbar über Kontakt oder per E-Mail.

