Gepackt wird in Handling Units. Ob ein Packstück am Ende eine NVE trägt, entscheidet sich weder am Etikett noch im Konverter, sondern im Customizing der Packmittelart. Diese Seite nennt die Tabellen, Felder und Nummernkreise, an denen ich das nachsehe.
Packvorschrift im ERP, Packspezifikation im EWM
Die Struktur eines Packstücks kommt aus der Packvorschrift. Im ERP liegt sie in den Tabellen PIKP (Kopf) und PIPO (Positionen), gepflegt über die Transaktionen POP1 bis POP3, mit eigener Findung über POF1 bis POF3. Im EWM heißt dasselbe Objekt Packspezifikation; eine im ERP mit POP1 angelegte Packvorschrift lässt sich per CIF ins EWM verteilen und dort als Packspezifikation nutzen.
Zwei Verwechslungen begegnen mir dabei regelmäßig. PACKKP und PACKPO heißen im Data Dictionary „Packobjekt-Kopf“ und „Packobjekt-Position“ und sind nicht die Packvorschrift. Und die Materialgruppe Packmittel (MARA-MAGRV) steuert, welche Packmittelarten überhaupt erlaubt sind — nachzulesen in TERVH, „Erlaubte Packmittel je Materialgruppe Packmittel“ (Schlüssel MAGRV plus Packmittelart). TVEGR ist dabei nur die Werteliste der Materialgruppen selbst. Mit der NVE hat beides nichts zu tun, mit der Packvorschriftsfindung ebenfalls nicht: deren Kommunikationsstruktur KOMGP führt Werk, Material, Abladestelle, Warenempfänger, Route und weitere Felder — die Materialgruppe Packmittel steht nicht darunter.
Die Packmittelart entscheidet über die NVE
Das Verpackungsmaterial selbst trägt nur die Packmittelart im Feld MARA-VHART. Die eigentliche Ja-Nein-Entscheidung liegt eine Ebene tiefer, im Customizing dieser Packmittelart: Tabelle TVTY, Feld NRVERG.
| TVTY-NRVERG | Wirkung |
|---|---|
| leer | beliebige externe Nummer vorgebbar, keine HU-Funktionalität |
| A | SSCC18 wird schon beim Anlegen der Handling Unit erzeugt |
| B | Nummer aus dem Nummernkreisobjekt HU_VEKP, keine NVE |
Die zugehörigen Intervalle stehen ebenfalls in TVTY (INT_NKR für intern, EXT_NKR für extern), die erste Stelle der NVE liefert TVTY-SSCC18.
HU-Nummer und NVE sind nicht dasselbe. Bei NRVERG = B bekommt die Handling Unit beim Anlegen keine SSCC18, sondern eine Nummer aus dem internen Intervall des Nummernkreisobjekts HU_VEKP; VEKP-EXIDA steht dann auf E. Eine SSCC18 kann später, spätestens vor dem Warenausgang, immer noch vergeben werden — dann steht EXIDA auf C. Wer HU-Nummer und NVE gleichsetzt, sucht den Fehler später im Etikettendruck statt im Customizing.
Wie die 18 Stellen zustande kommen
Die NVE setzt sich aus vier Teilen zusammen:
- HU-Art, eine Stelle, aus TVTY-SSCC18 — mit den Festwerten 0 Karton, 1 Palette, 2 Container, 3 unbestimmt, 4 unternehmensintern, 5 bis 9 frei.
- ILN-Basisnummer aus dem Customizing (Feld ILNBN).
- laufende Nummer aus dem Nummernkreis — Objekt aus dem Feld NROBJ, im Standard LE_SSCC, internes Intervall NRKRI.
- Prüfziffer nach Modulo 10 als letzte Stelle.
Die Länge der ILN-Basisnummer ist nicht fest auf sieben Stellen festgelegt, sondern ergibt sich aus der Länge des Nummernkreises. Zwischen Basisnummer und laufender Nummer stehen bei Bedarf führende Nullen.
Die ILN-Basisnummer wird kaskadierend gesucht
| Stufe | Gelesen wird | Tabelle |
|---|---|---|
| 1 | Werk plus Lagerort | T313Y |
| 2 | Lagernummer | T313Z |
| 3 | Werk allein, ohne Lagerort | T313Y |
| 4 | Mandantenebene, Werk und Lagerort leer | T313Y |
Jede Stufe wird übersprungen, wenn der zugehörige Wert leer ist. Ein Eintrag auf einer höheren Stufe genügt also; die Meldung LE_SHP_BF_EAN128 022 „ILN-Basisnr zu Werk &1, Lagerort &2 bzw. Lagernummer &3 nicht gefunden.“ kommt erst, wenn alle vier Stufen leer bleiben. Sätze mit dem Kennzeichen DONT_USE werden bei der Suche ignoriert — das Kennzeichen wird gesetzt, sobald ein Nummernkreisintervall seine letzte Nummer ausgegeben hat.
T313Y ist die Werk- und Lagerortebene, T313Z die Lagernummerebene; T313Z hat kein Feld für Werk oder Lagerort. Beide Tabellen tragen dieselben Nutzfelder: ILNBN, NROBJ, NRKRI, NRKRE und DONT_USE. Einen eigenen Pflege-View liefert der Standard nicht mit — gepflegt wird über die IMG-Aktivitäten der Handling-Unit-Verwaltung direkt auf den Tabellen.
Was hinterher im Beleg steht
Die vergebene Nummer steht in VEKP-EXIDV, ihre Herkunft in VEKP-EXIDA. Diese beiden Felder sind der schnellste Prüfpunkt, wenn im Versand etwas fehlt.
| VEKP-EXIDA | Herkunft der Nummer (DDIC-Wortlaut) |
|---|---|
| leer | altes Versandelement (vor HUs) |
| A | externe HU-Identifikation = VEKP-VENUM (keine HU-Verwaltung) |
| B | Nummer vom Kunden beliebig vergeben (keine HU-Verwaltung) |
| C | SSCC18 intern |
| D | SSCC18 extern |
| E | NKr.-Obj. HU_VEKP internes Intervall — SSCC18 vor WA |
| F | NKr.-Obj. HU_VEKP externes Intervall — SSCC18 vor WA |
| H | SSCC18 vom Lieferanten |
Woran es an dieser Stelle klemmt
- „Die Handling Unit hat gar keine NVE.“ — TVTY-NRVERG zur Packmittelart aus MARA-VHART, gegengeprüft an VEKP-EXIDA.
- „Keine ILN-Basisnummer gefunden.“ — die Kaskade T313Y und T313Z Stufe für Stufe, dazu das Kennzeichen DONT_USE.
- „Das falsche Packmittel wird vorgeschlagen.“ — MARA-MAGRV und die Zuordnung in TERVH, nicht die NVE-Seite.
Wenn Sie an dieser Stelle nicht weiterkommen: Nennen Sie mir das Verpackungsmaterial, die Packmittelart und den betroffenen Lieferbeleg. Damit lässt sich im Telefonat einordnen, ob es am Customizing, am Nummernkreis oder am Stammdatum hängt.

