Kein Bedarf oder keine Lieferfälligkeit: zwei Kennzeichen, zwei Fehlerbilder

„Der Abruf kommt nicht durch“ beschreibt zwei verschiedene Zustände: Die Einteilung steht nicht in der Lieferfälligkeitsliste, oder die Disposition sieht keinen Bedarf. Dahinter stehen zwei getrennte Ankreuzfelder und zwei Tabellen.

Drei Schalter im Einteilungstyp, nicht einer

Gesteuert wird das im Einteilungstyp: Transaktion VOV6, Tabelle TVEP. Drei Felder entscheiden, und sie sind voneinander unabhängig.

FeldBedeutung
LFRELPosition ist lieferrelevant
BEDSDBedarfsübergabe
ATPPRVerfügbarkeitsprüfung Verkauf

Alle drei sind Ankreuzfelder, keines setzt ein anderes voraus. Der Einteilungstyp E4 belegt das: Lieferrelevanz und Bedarfsübergabe gesetzt, Verfügbarkeitsprüfung leer.

Alle vier Kombinationen gibt es

Wäre es ein Schalter, könnte es die beiden gemischten Quadranten nicht geben. Es gibt sie, mit ausgelieferten Einteilungstypen:

LFRELBEDSDWirkungBeispiele
gesetztgesetztlieferfällig und mit BedarfCP, CV, ZM, IA
gesetztleerlieferbar, aber ohne BedarfCN, C0, E0, LB
leergesetztBedarf ja, Lieferung neinAQ, BP, EP, L2
leerleerweder das eine noch das andereBN, BV, AT, CD

Zwei Symptome, zwei Datenspuren

Fehlt die Lieferrelevanz, steht die Einteilung nicht im Lieferfälligkeitsindex VEPVG und taucht in VL10 nicht auf. Ein Bedarfssatz kann trotzdem existieren — die Disposition sieht die Menge, der Versand findet den Beleg nicht.

Fehlt die Bedarfsübergabe, entsteht kein Eintrag in VBBE und die Disposition sieht nichts; geliefert werden kann die Einteilung trotzdem. Zwei getrennte Spuren also, und ein Fehler in der einen sagt nichts über die andere.

CN ist das Lehrbeispiel: lieferrelevant, Bewegungsart 601 im Warenausgang, keine Bedarfsübergabe. Solche Einteilungen werden geliefert und erzeugen dabei keinen Bedarfssatz.

CN und BN sind kein Gegensatzpaar

CN und BN taugen nicht als Beispiel für die Bedarfsübergabe: Beide übergeben keinen Bedarf und prüfen keine Verfügbarkeit. Sie unterscheiden sich in der Lieferrelevanz — CN ist lieferrelevant und bucht mit 601, BN nicht. Das Gegensatzpaar für die Bedarfsfrage ist CN gegen CP.

Eine gefüllte Bedarfsart beweist nichts

Die Bedarfsart BDART im Einteilungstyp legt nur fest, welcher Bedarf entstünde. Ob einer entsteht, entscheidet allein BEDSD. CN trägt eine Bedarfsart und erzeugt trotzdem keinen Bedarfssatz. Dasselbe gilt für Planungsart, Einteilungsart und Bewegungsart: Sie beschreiben, wie es abliefe — ob es abläuft, steht in den drei Ankreuzfeldern.

Lieferrelevanz gibt es zweimal

Das Feld LFREL existiert auf zwei Ebenen: am Positionstyp in TVAP und am Einteilungstyp in TVEP. Bei einer Materialposition mit Einteilungen entscheidet TVEP; TVAP-LFREL ist der Schalter für Positionen ohne Einteilungen. Beim Positionstyp LZN ist die Lieferrelevanz gesetzt — wer nur dort nachsieht, findet den Fehler nicht.

Woher der Einteilungstyp im Lieferplan kommt

Im Lieferplan mit Abruf — Belegart LZ, Positionstyp LZN — wird der Einteilungstyp gefunden, nicht frei gewählt. Die Findung steht in VOV5, Tabelle TVEPZ, Schlüssel Positionstyp plus Dispomerkmal: ohne Dispomerkmal CP, bei nicht disponierter Ware CN, bei verbrauchsgesteuerter Disposition CV.

Ein geändertes Dispomerkmal verschiebt damit still das Verhalten der Abrufeinteilungen, ohne dass am Lieferplan etwas angefasst wurde. Bei „seit Kurzem verhält sich die Position anders“ ist das mein erster Blick.


Die Station in der Prozesskette beschreibt Einteilungen: lieferrelevant und bedarfswirksam. Davor liegen Lieferabruf und Feinabruf und die Lieferplanfindung, Symptome stehen unter Fehlerbilder.