Live-Demos und Proof of Concept

Die meisten Weichenstellungen im SAP werden anhand von Folien entschieden. Das trägt, bis die erste Variante im echten Beleg anders läuft als in der Architekturzeichnung. Ich arbeite deshalb mit eigenen Systemen: Was zur Entscheidung ansteht, wird vorher gebaut und vorgeführt — bevor im Kundensystem etwas angefasst wird.

Drei eigene Systeme

  • SAP S/4HANA 2023. Vollständig aktiviert, mit Vertrieb, Einkauf, Lager und Rechnungswesen, Fiori eingerichtet.
  • SAP ECC 6.0 EHP8. Für alles, was heute noch auf ECC läuft — und für den Vergleich beider Welten am selben Prozess.
  • SAP GTS. Ein eigener GTS-Mandant mit angeschlossenem Feeder. Vorführen lassen sich daran die Sanktionslistenprüfung, von der gelisteten Partei bis zum Treffer und zur Abgrenzung gegen den Nichttreffer, die Ausfuhrkontrolle mit Güterklassifizierung, Genehmigungen und Länderembargo sowie die Präferenzermittlung mit Lieferantenerklärungen und Ursprungskalkulation.

Darin modelliere ich Order-to-Cash-Prozesse durchgehend und mit echtem Customizing: vom Auftrag über Lieferung und Lager bis zu Faktura und Buchhaltung, mit seriell erzeugten Belegen. Kein Demo-Mandant mit Screenshots, sondern eine laufende Strecke.

Was dort aufgebaut ist

  • Die Abrufstrecke. Lieferabruf und Feinabruf in den Lieferplan, Lieferung, Lieferavis und Rechnung, als serielle EDIFACT- und IDoc-Strecken.
  • Lager und Versand. Ein selbst aufgebautes Lager, an die Lieferung angebunden: Wareneingang, Einlagerung, Kommissionierung, Warenausgang.
  • Verfügbarkeit, Intercompany, Retouren. Erweitertes ATP, Advanced Intercompany mit Verkauf und Umlagerung, erweiterte Retourenabwicklung, Abrechnung über Konditionskontrakte.
  • Elektronische Rechnung. Die Kette vom Rechnungsbeleg über die Erzeugung des elektronischen Dokuments, die Validierung gegen die formalen Vorgaben, die Statusverwaltung und die Fehlerbehandlung — durchgespielt bis zur Übergabe an die letzte Meile, die zulassungsgebunden beim Provider liegt.
  • Umsatzrealisierung. Im S/4HANA eingerichtet: Aus dem Vertriebsbeleg entstehen Umsatzverträge, gebucht wird in das parallele Ledger nach IFRS. Für Finance-nahe Themen arbeite ich mit einem Spezialisten aus meinem Partnernetz; für gemeinsame Aufbauten steht die Umgebung bereit.

Der Proof of Concept als bestellbares Paket

Vor einer größeren Weichenstellung gibt es meist mehrere gangbare Wege, und die Unterschiede zeigen sich erst im Betrieb. Ein Proof of Concept holt sie nach vorn: Bestandsaufnahme der System- und Prozesslandschaft, zwei bis drei Zielvarianten gegeneinander abgegrenzt, prototypische Umsetzung des kritischsten Szenarios, Bewertung der Integrationswege. Gebaut wird nicht der einfachste Fall, sondern der, an dem die Entscheidung hängt.

Ein Beispiel: Wo eine Erweiterung künftig sitzt. Beim Zurücksetzen der Fortschrittszahlen zum Geschäftsjahreswechsel gibt es im ECC ausschließlich den Customer-Exit V45L0001 mit der Komponente EXIT_SAPLV45L_004. Im S/4HANA kommt der BAdI SD_SLS_RESET_CUMLTV_QTY_SA hinzu, der aber nur die Verfahren A und B annimmt. Beide greifen nacheinander, und der Exit läuft danach — wer beides implementiert, überschreibt sein eigenes BAdI-Ergebnis.

Nicht jede Frage braucht einen Prototyp. Das Gutschriftsverfahren etwa liegt im S/4HANA unverändert im Standard: Eingangsmonitor VSB1N, Customizing ab T665B, IDoc-Basistyp GSVERF03. Wo der Befund eindeutig ist, sage ich das und spare die Bauzeit für die Stelle, an der sie nötig ist.

Was das dem Kunden bringt

Solange geklärt wird, entsteht kein Transport im Kundensystem: Die Klärung findet in meinem System statt, ins Kundensystem geht erst, was entschieden ist. Was hier gebaut wurde, ist die Vorlage für den Testfall im Projekt und für die Erweiterung, die dort später entsteht — als Vorlage, nicht als Transport. Und Key-User sehen den Prozess an echten Belegen statt an Bildschirmfotos.

Die KI-Lösungen als zweite Demo-Ebene

Neben den SAP-Systemen kann ich meine eigenen KI-Werkzeuge zeigen, an einem echten Customizing-Stand statt an einem Prospekt. Vorführbar ist vor allem der Punkt, auf den es ankommt: was das Gate durchlässt, was es abweist, und wie der abgewiesene Fall aussieht. Dazu die Videolektion mit befragbarem KI-Trainer. Das Modell dahinter steht unter KI-Beratung und KI-gestützte Rollouts.

Mein Labor ist keine Kopie Ihres Systems. Releasestand, Stammdaten und Erweiterungen unterscheiden sich, und daran hängt manches Ergebnis. Was hier läuft, ist eine belastbare Entscheidungsvorlage und ein fertiger Testfall — keine Zusage, dass es bei Ihnen unverändert läuft.


Sagen Sie mir, welche Frage Sie entscheiden müssen und bis wann. Wenn sie sich vorführen lässt, baue ich sie auf und wir sehen sie uns gemeinsam an — auch als Termin für ein Auswahlgremium.