In Template- und Rollout-Programmen führe ich den Order-to-Cash-Strang: Anforderungen aufnehmen, in ein Design übersetzen, im Customizing umsetzen, testen, live bringen und die ersten Wochen begleiten. Ich führe nicht das Programm, sondern ein Teilprojekt darin.
Template-Design und Roll-in sind zwei Rollen
Beim Template-Design entsteht der Prozess einmal für alle: Belegarten, Findungen und Schnittstellen werden mit den Prozessverantwortlichen abgestimmt und in einem Gremium abgenommen. Beim Roll-in geht es um ein einzelnes Werk oder eine Landesgesellschaft — Aufnahme der lokalen Prozesse, Abgleich gegen das Template, und je Abweichung eine Entscheidung: Template ändern, lokal lösen oder den Prozess ändern.
Das Fit-Gap muss aus dem Produktivsystem kommen. Entwicklung, Qualitätssicherung und Produktion laufen über die Jahre auseinander; ein Abgleich allein aus der Entwicklung führt in die Irre.
Was Teilprojektleitung bei mir heißt
- Blueprint und Solution Design für den Vertriebs- und EDI-Teil schreiben, nicht nur abnehmen
- Berater und Entwickler fachlich steuern, auch verteilt über Standorte und Zeitzonen
- Abstimmung mit Key-Usern, Prozessverantwortlichen und Gremien
- Testmanagement: Integrations- und Abnahmetest, Regression vor dem Releasewechsel
- Key-User-Schulung und Beraterdokumentation zu meinen Themen
Ein grünes IDoc ist kein bestandener Test. Die Testfälle müssen die werksabhängigen Einstellungen treffen, nicht nur den Verarbeitungsweg: die Geschäftsjahresvariante des Warenempfängers (KNA1-PERIV), an der der Jahreswechsel der Fortschrittszahlen hängt; die Packmittelart, die über die Nummernvergabe in TVTY entscheidet, ob eine Handling Unit überhaupt eine NVE bekommt; und die Statistik, die ohne Findungseintrag zur Fortschreibungsgruppe leer bleibt, ohne jede Fehlermeldung. Laufen Automotive-Add-ons im Haus, gehört ihre Konfiguration je Kunde, Werk und Abrufart in dieselbe Welle.
ECC 6.0 und S/4HANA — getrennt betrachtet
| ECC 6.0 | S/4HANA |
|---|---|
| Werks-Rollouts und Carve-outs im Zulieferumfeld als Teilprojektleitung Vertrieb | Roll-in einer übernommenen Landesgesellschaft in ein bestehendes Konzern-Template |
| Lieferpläne, JIT und JIS, Fortschrittszahlen, Etiketten, Gutschriftsverfahren | Nacharbeit nach einer Brownfield-Konversion: alte Belegarten auf Best-Practice-Prozesse, Fiori statt Z-Reports, ressourcenbezogene Abrechnung |
| EDI-Strecken zu Kunden und OEMs, Anbindung von Automotive-Add-ons | Advanced Intercompany, erweitertes ATP, Settlement Management mit Konditionskontrakten |
| Elektronische Rechnung auf ECC: Erzeugung, Validierung, Status und Fehlerbehandlung bis zur letzten Meile | Vorbereitung globaler Rollouts, Migrations- und Umstellungskonzepte |
Beides nebeneinander ist der Normalfall: Ein Haus fährt seine großen Werke noch auf ECC, während die erste Welle im S/4HANA läuft. Dann gehört die Strecke zwischen beiden Welten in denselben Zuschnitt.
Cutover und Hypercare
Für den Cutover schreibe ich die Schritte in der Reihenfolge fest, in der sie greifen müssen: Partnervereinbarungen umschalten, Nachrichtensteuerung scharfstellen, das Mapping des Konverters auf das Werk ziehen. Abnahmepunkt ist nicht das Transportprotokoll, sondern der erste produktive Beleg — der erste Abruf im Lieferplan, das erste vom Partner quittierte Avis, die erste Rechnung. Danach Hypercare mit regelbasiertem Monitoring, und am Ende eine geordnete Übergabe an den Regelbetrieb, statt eines stillen Auslaufens.
Was ein Umstieg an der Abrufstrecke ändert, steht unter S/4HANA-Transformation.
Beschreiben Sie in ein paar Sätzen, welche Welle ansteht: welches Werk, welche Prozesse, welches Release und welcher Zeitpunkt. Im ersten Gespräch sage ich, ob ich der Richtige bin und in welchem Zuschnitt.

