Einteilungen: lieferrelevant und bedarfswirksam

Ein sauber verbuchter Abruf erzeugt weder automatisch eine Lieferung noch automatisch einen Bedarf. Beides hängt an zwei getrennten Kennzeichen im Einteilungstyp. Weil diese Kennzeichen unabhängig voneinander sind, gibt es vier mögliche Zustände — und zwei Fehlerbilder, die gern miteinander verwechselt werden.

Zwei Kennzeichen in TVEP

Gesteuert wird beides im Einteilungstyp: Transaktion VOV6, Tabelle TVEP, Pflegeview V_TVEP. Das Feld LFREL steht für die Lieferrelevanz, das Feld BEDSD für die Bedarfsübergabe. Beide sind reine Ankreuzfelder der Domäne XFELD, keiner der beiden Schalter setzt den anderen voraus. Alle vier Kombinationen sind im Standard belegt.

LFRELBEDSDWirkung
gesetztgesetztEinteilung wird lieferfällig und erzeugt einen Bedarf (etwa CP, CV)
gesetztleerlieferbar, aber ohne Bedarf in der Disposition (etwa CN)
leergesetztBedarf ja, Lieferung nein (etwa EP, BP)
leerleerweder das eine noch das andere (etwa BN)

Ein dritter, ebenfalls eigenständiger Schalter sitzt daneben: ATPPR für die Verfügbarkeitsprüfung im Verkauf. Bedarfsübergabe ohne ATP-Prüfung ist damit möglich und kommt im Standard auch vor.

Zwei Fehlerbilder, zwei Tabellen

Fehlt die Lieferrelevanz, taucht die Einteilung nicht im Lieferfälligkeitsindex VEPVG auf und damit nicht in VL10. Ein Bedarf kann trotzdem in VBBE stehen — die Disposition sieht die Menge, der Versand findet den Beleg nicht.

Fehlt die Bedarfsübergabe, entsteht kein Bedarfssatz in VBBE. Die Einteilung kann trotzdem lieferbar sein und in VL10 stehen. Das sind zwei getrennte Datenspuren: Lieferfälligkeit über VEPVG, Bedarf über VBBE. Wer beide Symptome unter „der Abruf kommt nicht durch“ zusammenfasst, sucht an der falschen Stelle.

Der Einteilungstyp CN ist der Beleg dafür: lieferrelevant, mit Bewegungsart 601 im Warenausgang, aber ohne Bedarfsübergabe. Solche Einteilungen werden geliefert und erzeugen dabei keinen einzigen Satz in VBBE.

CN, BN und CP auseinanderhalten

CN und BN unterscheiden sich nicht in der Bedarfsübergabe — beide übergeben keinen Bedarf und prüfen keine Verfügbarkeit. Der Unterschied liegt allein in der Lieferrelevanz und im Warenausgang: CN ist lieferrelevant und bucht mit Bewegungsart 601, BN ist es nicht und trägt keine Bewegungsart. Das echte Gegensatzpaar für die Bedarfsfrage ist CN gegen CP: CP hat Bedarfsübergabe und Verfügbarkeitsprüfung gesetzt.

Die Bedarfsart sagt nichts darüber, ob ein Bedarf entsteht

Die Bedarfsart BDART im Einteilungstyp legt nur fest, welcher Bedarf entstehen würde. Ob überhaupt einer entsteht, entscheidet ausschließlich das Ankreuzfeld BEDSD. Ein gefülltes BDART bei leerem BEDSD erzeugt nichts — CN und BN tragen beide eine Bedarfsart und liefern trotzdem keinen Bedarfssatz. Ergänzend steht eine Bedarfsart auch in der Einteilungstypfindung selbst; auch die ändert an dieser Reihenfolge nichts.

Woher der Einteilungstyp im Lieferplan kommt

Im Lieferplan mit Abruf — Belegart LZ, Positionstyp LZN — wird der Einteilungstyp nicht frei gewählt, sondern gefunden. Die Findung steht in VOV5, Tabelle TVEPZ, mit dem Schlüssel Positionstyp plus Dispomerkmal des Materials (MARC-DISMM):

  • ohne Dispomerkmal: CP, plangesteuerte Disposition, mit Bedarfsübergabe und Verfügbarkeitsprüfung
  • verbrauchsgesteuerte Disposition (VB, VM, VV): CV
  • nicht disponierte Ware (ND): CN — lieferrelevant, Bewegungsart 601, kein Bedarf
  • beim Auslieferungs-Lieferplan (Positionstyp LZMA) analog: L2, BV und BN

Ein geändertes Dispomerkmal im Materialstamm verschiebt damit still das Verhalten der Abrufeinteilungen — ohne dass am Lieferplan oder am Abruf selbst etwas angefasst wurde.

Lieferrelevanz gibt es zweimal

Das Feld LFREL existiert auf zwei Ebenen: am Positionstyp in TVAP und am Einteilungstyp in TVEP. Bei einer Materialposition mit Einteilungen entscheidet TVEP. TVAP-LFREL ist der Schalter für Positionen ohne Einteilungen, etwa Leistungs- und Wertpositionen. Der Positionstyp LZN trägt die Lieferrelevanz gesetzt — wer nur dort nachsieht, hält die Position für in Ordnung und findet den Fehler nicht.


Woran ich zuerst nachsehe

  • „Verbucht, aber keine Lieferung.“ — TVEP-LFREL, dann VEPVG und VL10
  • „Die Disposition sieht den Bedarf nicht.“ — TVEP-BEDSD, dann VBBE
  • „Die Bedarfsart ist doch gepflegt.“ — BDART gefüllt, BEDSD leer
  • „Die Verfügbarkeitsprüfung läuft nicht.“ — TVEP-ATPPR, eigener Schalter
  • „Seit Kurzem verhält sich die Position anders.“ — Dispomerkmal MARC-DISMM und die Findung in TVEPZ

Geprüft wird am konkreten Beleg, und ein Fehlerbild wird an einer funktionierenden Position gespiegelt: Was steht in der grünen Strecke anders als in der roten. Jede Änderung am Customizing geht in einen Transport, auch die kleine.