Die alten VDA-Satzarten werden von der Global-Serie abgelöst. In den laufenden Strecken stehen beide Welten nebeneinander: Ein Teil der Kunden fordert bereits VDA 4984 und VDA 4987, ein anderer Teil fährt weiter mit VDA 4905 und VDA 4913. Diese Seite ordnet, was wodurch ersetzt wird, welchen Status die VDA der alten Satzart gibt — und welcher Teil einer Umstellung überhaupt das SAP betrifft.
Drei Status in der VDA-Liste
Die VDA-Liste kennt drei Status: Grün ist die aktuelle Empfehlung, Gelb heißt nicht mehr empfohlen, aber operativ genutzt, Rot heißt nicht mehr anwendbar. Mehrere der alten Satzarten stehen in der Liste vom August 2024 auf Gelb, mit dem ausdrücklichen Zusatz, sie seien noch verbreitet im Einsatz.
Der Status sagt also etwas über die Empfehlung des Verbands, nichts über den Termin eines einzelnen Kunden. Wann eine Strecke tatsächlich umgestellt wird, steht in der Vorgabe des jeweiligen Werks, nicht in der Liste.
Alte Satzart, Status, Nachfolger
| Alt | Thema | Status | Nachfolger |
|---|---|---|---|
| VDA 4905 | Lieferabruf | rot | VDA 4984 (Global DELFOR) |
| VDA 4915 | Feinabruf | gelb | VDA 4984 (DELFOR) und VDA 4985 (DELJIT) |
| VDA 4916 | Produktionssynchroner Abruf | gelb | VDA 4986 (JIS mit DELJIT) |
| VDA 4913 | Lieferschein- und Transportdaten | gelb | VDA 4987 (Global DESADV); einzelne Satzarten auf VDA 4937 (RECADV) bzw. VDA 4990 (INVRPT) |
| VDA 4902 | Warenanhänger | gelb | VDA 4994 (Global Transport Label) |
| VDA 4906 | Rechnung | rot | VDA 4938 (Global INVOIC) |
| VDA 4908 | Gutschriftanzeige | rot | VDA 4938 (Global INVOIC) |
| VDA 4907 | Zahlungsavis | rot | VDA 4988 (REMADV) |
| VDA 4912 | Warenbegleitschein | rot | VDA 4939 (Sendungsbelege) |
Eine Zeile verdient einen eigenen Blick: VDA 4938 besteht aus vier Teilen mit unterschiedlichem Reifegrad. Produktiv ist der EDIFACT-INVOIC-Teil; der XML-Teil für kleinere Unternehmen stand in der Liste vom August 2024 noch in Überarbeitung. Wer VDA 4938 zusagt, sollte deshalb klären, welcher Teil gemeint ist.
Im SAP steht keine VDA-Nummer
SAP bildet diese Empfehlungen nicht ab. Im System stehen Nachrichtenarten, Basistypen und Vorgangscodes — und die ändern sich durch eine Formatumstellung zunächst nicht:
- Lieferabruf und Feinabruf: Nachrichtenarten DELINS, DELFOR und DELJIT auf den Basistypen DELFOR01 und DELFOR02, Vorgangscode DELI, Anwendungsobjekt BUS2035 (Lieferplan).
- JIT-Abruf: Nachrichtenarten SEQJIT (produktionssynchroner Abruf) und PAB_ORDERS (Mengenabruf) auf den Basistypen SEQJIT01 bis SEQJIT03, verarbeitet von IDOC_INPUT_SEQJIT, Anwendungsobjekt BUS2150.
- Lieferavis: Nachrichtenart DESADV, Basistypen DELVRY01 bis DELVRY07.
- Rechnung: Nachrichtenart INVOIC im Ausgang, Vorgangscode SD09 auf IDOC_OUTPUT_INVOIC.
- Gutschriftsverfahren: IDoc-Typen GSVERF01 bis GSVERF03.
- Zahlungsavis: Nachrichtenart REMADV im Eingang, Basistypen PEXR2001 und PEXR2002.
Nachrichtenart und Basistyp sind verschiedene Ebenen. DELINS ist die Nachrichtenart, DELFOR01 und DELFOR02 sind die Basistypen — einen Basistyp DELINS gibt es nicht. Ebenso beim Lieferavis: DESADV ist die Nachrichtenart, DELVRY01 bis DELVRY07 sind die Basistypen.
Eine Formatumstellung ist deshalb zuerst eine Frage des Mappings und der Pflichtfelder des jeweiligen Kunden und erst danach eine Frage, ob im SAP etwas zu erweitern ist. Was zwischen Konverter und IDoc ausgetauscht wird, entscheidet, wie viel davon überhaupt im System sichtbar wird.
Das Etikett ist kein Nachrichtenformat
Das Global Transport Label nach VDA 4994 fällt aus der Reihe: Es ist ein Kennzeichnungs- und Nummernstandard, kein Nachrichtenformat. Die VDA führt es im Format „Papier“; die EDI-Nachrichten der Global-Serie stehen dort überwiegend im Format EDIFACT, einzelne Empfehlungen auch als XML oder als API. Die zugehörigen Daten wandern per Lieferavis VDA 4987 (DESADV).
Diese Einordnung entscheidet, ob ein Vorhaben ein Etiketten- oder ein Mapping-Projekt ist — zwei sehr verschiedene Zuschnitte, die in der Anfrage oft in einem Satz stehen. Der Warenanhänger VDA 4902 ist der Vorgänger des GTL; er steht bei der VDA auf Gelb, also nicht mehr empfohlen, aber weiterhin in weiten Teilen der Industrie im Einsatz.
Wie ich eine Umstellung anfasse
Am Anfang steht eine Vorprüfung: Was ist am Mapping zu tun, was im SAP. Erst danach lässt sich der Aufwand seriös nennen. Grundlage ist die Vorgabe des Kunden mit seinen Pflichtfeldern, nicht die Empfehlung allein.
Getestet wird über den echten Weg. Abrufe entstehen als IDoc über die Partnervereinbarung, Avise über die Nachrichtensteuerung — kein Direktschreiben in die Abruftabellen. Jede transportfähige Änderung geht in einen Transport, auch die kleine. Gibt es einen dokumentierten Standardweg, nehme ich ihn statt eines Z-Bausteins; was gesteuert werden muss, gehört in Steuertabellen.
SD-Customizing und EDI-Seite liegen dabei bei einer Person. Gearbeitet wird überwiegend remote, mit Präsenz im Raum Stuttgart, wenn es sinnvoll ist.
Kurzer Weg zur Antwort
Wenn bei Ihnen eine Umstellung auf die Global-Serie ansteht: Nennen Sie mir die betroffene Satzart, die Kundenvorgabe und die heute laufende Nachrichtenart. Damit lässt sich im ersten Gespräch einordnen, was am Mapping und was im SAP zu tun ist. Den Umfang klären wir dort.