Kommt ein Lieferabruf herein, muss das System entscheiden, auf welchen Lieferplan er gebucht wird. Diese Findung läuft in fester Reihenfolge, und jeder Schritt hat eigene Meldungsnummern. Wer die Reihenfolge kennt, liest aus dem IDoc-Protokoll direkt ab, an welcher Stelle die Strecke abbricht.
Vorstufe: die Auftraggeber-Ermittlung
Vor dem Index steht die Ermittlung des Auftraggebers über die Tabelle T661W. Gelesen wird mit Lieferantennummer, Kundenwerk und Abladestelle, mit Fallback auf leere Abladestelle. Fehlt der Satz, kommt V4 032. An dieser Vorstufe hängen in der Praxis viele Fälle, die als Findungsproblem gemeldet werden — der Index wurde dabei nie erreicht. Fehlt zum Auftraggeber die Sonderregel in T663A, meldet der Standard V4 033.
Der Index heißt VLPKM, nicht VLPMA
Danach greift der Index VLPKM, im Data Dictionary „Lieferpläne zum Kundenmaterial“. Gelesen wird er über den feldgleichen View M_VLPMA. Den Namen VLPKM nennt SAP in der Meldung V4 078 selbst.
VLPMA und M_VLPMA sind zwei verschiedene Objekte. VLPMA ist der Vertriebsindex für Lieferungspositionen zu Material und hat mit der Lieferplanfindung nichts zu tun. Verwechselt wird er regelmäßig mit dem View M_VLPMA, hinter dem die Basistabelle VLPKM steht.
Schlüsselfelder sind nicht dasselbe wie Selektionskriterien
Der Schlüssel von VLPKM hat elf fachliche Felder, mit Mandant zwölf. Selektiert wird aber nur mit einem Teil davon. Das ist der Punkt, an dem Beschreibungen der Findung meistens auseinandergehen.
| Feld | im Schlüssel | Selektionskriterium |
|---|---|---|
| Kundenmaterial | ja | ja |
| Auftraggeber | ja | ja |
| Kundenwerk (KNREF) | ja | ja |
| Abladestelle | ja | nur bei gesetztem T663A-ABLADPL |
| Abrufverwendung | ja | ja |
| Bezeichnung (KTEXT) | nein | ja |
| Verkaufsorganisation | ja | nein, erst danach verprobt |
| Vertriebsweg | ja | nein, erst danach verprobt |
| Sparte | ja | nein, erst danach verprobt |
| Verkaufsbelegart | ja | nein, nur im Protokoll |
| Lieferplan und Position | ja | Ergebnis der Findung |
Der Verkaufsbereich wird erst nach der Selektion verprobt, und zwar über die Lieferantennummer beim Kunden (KNVV-EIKTO) — also über unsere Nummer im System des Kunden. Passt nichts, kommt V4 298; fehlt die Lieferantennummer ganz, V4 076. Die Auftragsart prüft der Standard überhaupt nicht, sie erscheint nur im Protokoll.
Zwei Schalter in der Partnertabelle T663A
Ob Abladestelle und Bestellnummer überhaupt als Filter wirken, steuert T663A über die Kennzeichen ABLADPL und BSTNKP, gepflegt je Auftraggeber und Abladestelle. Ist ABLADPL leer, maskiert der Standard die Abladestelle bei der Suche: Sie bleibt Schlüsselfeld des Index, wirkt aber nicht als Filter. Das erklärt Treffer, die man dort fachlich nicht erwartet hätte.
V4 034 und V4 035 meinen Verschiedenes
Beide setzen IDoc-Status 51, die Ursachen und die Korrekturmaßnahmen sind aber gegenläufig.
| Meldung | Bedeutung |
|---|---|
| V4 034 | kein Treffer im Index |
| V4 035 | mehrere Treffer, die Findung ist nicht eindeutig |
Bei 035 protokolliert SAP zusätzlich mit V4 073, 074 und 075 alle gefundenen Lieferpläne samt Findungswerten: Lieferplan, Kundenmaterial, Auftraggeber, Werk, Abladestelle, Verwendungskennzeichen, Verkaufsorganisation, Vertriebsweg, Sparte und Auftragsart. Mit diesen drei Zeilen löst man die Mehrdeutigkeit tatsächlich auf.
V4 035, obwohl es nur einen Lieferplan gibt
Die häufigste Rückfrage aus dem Betrieb lautet: Es gibt doch nur einen Lieferplan. Sie hat eine Ursache im Standard. Findet der präzise Zugriff nichts, fällt die Verarbeitung auf eine Notsuche nur über Kundenmaterial und Kundennummer zurück. Am Ende dieses Zweigs setzt SAP den Trefferzähler von 1 auf 2 – ein Einzeltreffer aus dieser Suche könne trotzdem der falsche Lieferplan sein, kommentiert der Standard selbst. Der Pfad endet damit immer in V4 035 und nie in einer stillen Verbuchung. Ausgelöst wird er typischerweise, wenn das Kundenwerk im Abruf fehlt oder anders ankommt als gepflegt.
Stille Ursachen für V4 034
Lieferplanpositionen mit gefülltem Absagegrund fallen aus der Trefferliste und werden nur als Warnung V4 053 protokolliert. Im Index sehen sie weiter vorhanden aus — eine abgesagte Position erklärt so ein plötzliches V4 034, ohne dass jemand am Customizing war. Ein Indexeintrag ohne zugehörigen Beleg meldet sich dagegen als V4 078. Und V4 043 sagt, dass das Kundenmaterial im gefundenen Lieferplan nicht vorhanden ist.
Die Meldungen der Findung auf einen Blick
- V4 032 — kein Satz in T661W zu Lieferant, Werk und Abladestelle
- V4 033 — fehlende Sonderregel in T663A zum Auftraggeber
- V4 034 — kein Treffer im Index
- V4 035 — mehrere Treffer oder Ergebnis der Notsuche
- V4 043 — Kundenmaterial nicht im gefundenen Lieferplan
- V4 053 — passender Lieferplan mit Absagegrund, aus der Liste entfernt
- V4 073, 074, 075 — Protokoll aller Findungswerte je Treffer
- V4 076 — keine Lieferantennummer beim Kunden hinterlegt (KNVV-EIKTO)
- V4 078 — Indexeintrag VLPKM ohne zugehörigen Beleg
- V4 298 — Treffer passt nicht zum Verkaufsbereich des Lieferantensatzes
Für eine belastbare Einordnung brauche ich Nachrichtenart, IDoc-Nummer, IDoc-Status und die Meldungsnummer aus dem Statussatz. Damit steht meist schon fest, ob es am Customizing in T661W und T663A liegt, an den Stammdaten des Kunden oder am Index selbst.