Die Zulieferer-Prozesskette in SAP
Vom Lieferabruf bis zum Zahlungsavis
Abruf, Feinabruf, JIT, Fortschrittszahl, Lieferung, Packstück mit NVE, Lieferavis, Etikett, Abrechnung, Zahlungsavis — das ist die Kette, an der ich arbeite: SD-Customizing und EDI-Seite in einer Hand, auf ECC 6.0 und auf S/4HANA.
Diese Seite nennt Tabellen, Felder, Bausteine und Meldungsnummern zum Nachsehen.
Die Stationen und ihre SAP-Entsprechung
Im SAP stehen Nachrichtenarten, Basistypen und Vorgangscodes, keine VDA-Nummern. Auf der Abrufseite laufen zwei Eingangsstränge getrennt:
- Lieferabruf und Feinabruf: Nachrichtenarten DELINS, DELFOR und DELJIT auf den Basistypen DELFOR01 und DELFOR02. Vorgangscode DELI, Anwendungsobjekt BUS2035 (Lieferplan).
- JIT-Abruf: Nachrichtenarten SEQJIT (produktionssynchroner Abruf) und PAB_ORDERS (Mengenabruf) auf den Basistypen SEQJIT01 bis SEQJIT03, verarbeitet von IDOC_INPUT_SEQJIT, Anwendungsobjekt BUS2150 (JIT-Abruf).
- Lieferavis: Nachrichtenart DESADV, Basistypen DELVRY01 bis DELVRY07.
- Rechnung: Nachrichtenart INVOIC im Ausgang, Vorgangscode SD09 auf IDOC_OUTPUT_INVOIC.
- Gutschriftsverfahren: IDoc-Typen GSVERF01 bis GSVERF03 im Eingang beim Zulieferer, im Ausgang beim Besteller.
- Zahlungsavis: Nachrichtenart REMADV im Eingang, Basistypen PEXR2001 und PEXR2002.
Nachrichtenart und Basistyp sind verschiedene Ebenen. DELINS ist die Nachrichtenart, DELFOR01 und DELFOR02 sind die Basistypen — einen Basistyp DELINS gibt es nicht. Ebenso beim Lieferavis: DESADV ist die Nachrichtenart, DELVRY01 bis DELVRY07 sind die Basistypen.
Lieferabruf und Feinabruf im Eingang
Lieferabruf (LAB) und Feinabruf (FAB) teilen sich im Standard einen Eingang; der Feinabruf gehört nicht zum JIT-Strang. Der Vorgangscode DELI ruft IDOC_INPUT_DELINS_START. Dieser Baustein übergibt eine lokale Kopie der IDoc-Daten an IDOC_INPUT_DELINS und übernimmt danach Workflow-Ergebnis und Kunden-Exit. Als ALE-Eingangsbaustein registriert ist nur der Start-Baustein; eine Suche allein nach IDOC_INPUT_DELINS führt am Einstiegspunkt vorbei.
Ob ein Abruf als Lieferabruf oder als Feinabruf verbucht wird, entscheidet das Positionssegment: Feld SCREL in E1EDP10. Der Wert 02 erzeugt einen Feinabruf (VBLB-ABART = 2), die Werte 03 und 04 einen Lieferabruf (ABART = 1). Jeder andere Wert bricht mit „ungültige Abrufart“ ab. Die Domäne von SCREL hat keine Festwerte; die gültigen Werte stehen im ABAP-Coding.
Der Kopf E1EDK09 kommt genau einmal, darunter bis zu 9999 Positionen E1EDP10. Im Kopf stehen die Abrufverwendung (ABRVW), die Abrufnummer des Kunden (LABNK), das Nullstellungsdatum der Eingangsfortschrittszahl (CYDAT) und die dazu erreichte Fortschrittszahl (CYEFZ); das Abrufdatum, mit dem der Inbound rechnet, ist BSTDK. In der Position liegen die operativen Fortschrittszahlen AKUEM, SOLLFZ und FZDIF, dazu Kundenmaterial (IDNKD), Kundenwerk (KWERK), Abladestelle, Gültigkeitszeitraum (ABRAB, ABRBI), Nullstellungsdatum NULDT und Feinabrufhorizont (ABHOR).
Die Einteilungen kommen in E1EDP16. Das Bis-Datum EDATUB wertet der Standard in jedem Datumstyp aus, auch im taggenauen Zweig.
Den Feinabruf gibt es außerdem systemintern, ohne EDI: JITH („Abgleich JIT-Abrufe mit LAB/FAB“, Programm RJITLAB001) erzeugt Feinabrufe, sofern das Bedarfsdatum innerhalb des Feinabrufhorizonts VBLB-ABHOR zur Abrufart 2 liegt. Eingreifen kann man über den BAdI JIT_JITH, Methode HANDLE_CHANGE.
Die Lieferplanfindung
Die Findung läuft in fester Reihenfolge, und jeder Schritt hat eigene Meldungsnummern.
Davor steht die Auftraggeber-Ermittlung über T661W, gelesen mit Lieferantennummer, Kundenwerk und Abladestelle, mit Fallback auf leere Abladestelle. Fehlt der Satz, kommt V4 032.
Danach greift der Index VLPKM, „Lieferpläne zum Kundenmaterial“, gelesen über den feldgleichen View M_VLPMA. Den Namen VLPKM nennt SAP in Meldung V4 078 selbst. Nicht zu verwechseln mit VLPMA — das ist der Vertriebsindex für Lieferungspositionen zu Material.
Der Schlüssel von VLPKM hat elf fachliche Felder, mit Mandant zwölf: Kundenmaterial, Auftraggeber, Kundenwerk (KNREF), Abladestelle, Abrufverwendung, Verkaufsorganisation, Vertriebsweg, Sparte, Verkaufsbelegart, Lieferplan und Position. Selektiert wird nur mit einem Teil davon — Kundenmaterial, Auftraggeber, Kundenwerk, Abladestelle, Abrufverwendung — dazu mit der Bezeichnung. Verkaufsbereich und Auftragsart sind zwar Schlüsselfelder, aber keine Selektionskriterien: Der Verkaufsbereich wird erst danach über die Lieferantennummer beim Kunden (KNVV-EIKTO) verprobt, also über unsere Nummer im System des Kunden. Passt nichts, kommt V4 298; fehlt die Lieferantennummer ganz, V4 076.
Ob Abladestelle und Bestellnummer als Filter wirken, steuert die Partnertabelle T663A (Kennzeichen ABLADPL und BSTNKP); ist ABLADPL leer, wird die Abladestelle bei der Suche maskiert.
V4 034 und V4 035 meinen Verschiedenes. V4 034: kein Treffer im Index. V4 035: mehrere Treffer, die Findung ist nicht eindeutig. Beide setzen IDoc-Status 51. Bei 035 protokolliert SAP zusätzlich mit V4 073, 074 und 075 alle gefundenen Lieferpläne samt Findungswerten.
V4 035 kommt auch dann, wenn es nur einen Lieferplan gibt: Findet der präzise Zugriff nichts, fällt die Verarbeitung auf eine Notsuche nur über Kundenmaterial und Kundennummer zurück, und am Ende dieses Zweigs setzt SAP den Trefferzähler von 1 auf 2 — ein Einzeltreffer aus dieser Suche könne trotzdem der falsche Lieferplan sein, kommentiert der Standard selbst.
Eine stille Ursache für V4 034: Lieferplanpositionen mit gefülltem Absagegrund fallen aus der Trefferliste und werden nur als Warnung V4 053 protokolliert, im Index sehen sie weiter vorhanden aus. Ein Indexeintrag ohne zugehörigen Beleg meldet sich dagegen als V4 078. Weiter zur Findung gehören V4 033 (fehlende Sonderregel in T663A zum Auftraggeber) und V4 043 (Kundenmaterial nicht im gefundenen Lieferplan).
Einteilungen: lieferrelevant und bedarfswirksam sind zwei Schalter
Ein sauber verbuchter Abruf erzeugt weder automatisch eine Lieferung noch automatisch einen Bedarf. Dahinter stehen zwei getrennte Kennzeichen im Einteilungstyp (VOV6, Tabelle TVEP): LFREL für die Lieferrelevanz, BEDSD für die Bedarfsübergabe. Alle vier Kombinationen sind im Standard belegt.
Fehlt LFREL, taucht die Einteilung nicht im Lieferfälligkeitsindex VEPVG auf und damit nicht in VL10; ein Bedarf kann trotzdem in VBBE stehen. Fehlt BEDSD, entsteht kein Bedarfssatz in der Disposition, die Einteilung kann aber lieferbar sein; die Verfügbarkeitsprüfung hängt an einem dritten Schalter (ATPPR). Die Bedarfsart BDART legt nur fest, welcher Bedarf entstehen würde; ein gefülltes BDART bei leerem BEDSD erzeugt nichts.
Im Lieferplan mit Abruf (Belegart LZ, Positionstyp LZN) hängt der Einteilungstyp am Dispomerkmal des Materials; die Findung steht in VOV5, Tabelle TVEPZ. Ohne Dispomerkmal kommt CP, bei verbrauchsgesteuerter Disposition CV, bei nicht disponierter Ware CN. CN ist lieferrelevant und bucht mit Bewegungsart 601, übergibt aber keinen Bedarf. LFREL gibt es außerdem am Positionstyp (TVAP); das greift für Positionen ohne Einteilungen.
JIT und JIS
Der produktionssynchrone Abruf ist ein eigener Beleg, keine Lieferplaneinteilung. Er kommt auf den Basistypen SEQJIT01 bis SEQJIT03 herein und wird von IDOC_INPUT_SEQJIT verarbeitet, Anwendungsobjekt BUS2150. Zwei Nachrichtenarten teilen sich diese Basistypen: SEQJIT für den produktionssynchronen Abruf, PAB_ORDERS für den Mengenabruf; die SAP-Dokumentation nennt dazu den Eingangs-Vorgangscode SJCL.
Welcher Abruftyp vorliegt, sagt das IDoc selbst: Feld ABTYP im Kopfsegment E1KSJCL. Die Domäne kennt drei gleichrangige Werte — S für den produktionssynchronen Abruf, D für den Mengenabruf, I für den internen Abruf aus dem Pufferlager. Der Wert landet in JITHD-ABTYP; im JIT-Kundenstamm JITCU steht dazu nur ein Vorschlagswert (VATYP).
Die Datenspur läuft über drei Tabellen: JITHD (im Data Dictionary „Abrufumfang“), JITIT (Teilegruppe) und JITCO (Abrufkomponenten). Der Teilegruppentyp steht in JITPG und trägt die Abrufsteuerung; die Abrufsteuerung selbst ist vierstellig und liegt in CJIT01.
Das Aktionsnetz (Transaktion JITQ) besteht aus zwei Customizing-Tabellen: CJIT06 bildet den Wechsel des externen Status auf eine Aktion ab, CJIT07 führt von einem internen Bearbeitungsstand über die Aktion zum nächsten Stand. Beide gelten je Abrufsteuerung. Es heißt dabei externer Status (CJIT02) und interner Bearbeitungsstand (CJIT04). Der vom Kunden gemeldete Status kommt als E1KSJCL-EXSTI herein und wird über CJIT03 umgesetzt.
Abladestelle und Verbauort steuern die Teilegruppenfindung; gepflegt werden beide je JIT-Kunde und Destination in JITPGD. Der Verbauort ist das Feld FLDPO und kommt im Segment E1KSJCL mit. Welche Kriterien mit welcher Priorität greifen, steht im Findungsprofil des JIT-Kunden (JITCU-FPROF) und dessen Customizing CJIT08.
JIT-Inbound und JIT-Outbound sind zwei Welten mit eigenen Tabellen (JITOHD, JITOIT, JITOCO), eigenen Transaktionen und eigenem Monitoring. Der „Abrufkopf“ JITOHD gehört zur Outbound-Seite.
Fortschrittszahlen und Geschäftsjahreswechsel
Die Fortschrittszahl ist die kumulierte Menge seit der letzten Nullstellung. Der Kunde meldet seine Eingangsfortschrittszahl im Abruf (E1EDP10-AKUEM), dazu Sollfortschrittszahl und Differenz. Daneben überträgt er ein eigenes Nullstellungsdatum samt der dazu erreichten Fortschrittszahl (VBLB-CYDAT und CYEFZ, im IDoc E1EDK09) — ein zweiter Mechanismus neben der Geschäftsjahresvariante, kein Ersatz.
Die Geschäftsjahresvariante hängt am Warenempfänger, Partnerrolle WE, und steht in den allgemeinen Stammdaten des Kunden (KNA1-PERIV); in den Verkaufsbereichsdaten gibt es dieses Feld nicht. Fehlt die Variante ganz, findet der Jahreswechsel trotzdem statt: SAP nimmt dann das Kalenderjahr aus dem Abrufdatum.
Der Standard kennt vier Verfahren: A automatisches Rücksetzen zum Jahreswechsel, B kein Rücksetzen, C über Korrekturlieferungen, D über Korrektur-Fortschrittszahlen. Das Verfahren ist nicht customizingfähig — es gibt keine Tabelle und keine IMG-Aktivität dafür; ohne Erweiterung gilt hart A. C und D schließen sich gegenseitig aus: C ist nur für im ERP geplante Lieferpläne zulässig, D nur für über CIF an APO angebundene. Wird das falsche Verfahren geliefert, bricht die Abrufbearbeitung mit V4 335 ab („Lieferplanposition: Ungültiger Typ für Geschäftsjahreswechsel“). Bei Verfahren D zieht der Standard die Korrektur-Fortschrittszahlen aus VBKFZ.
Der klassische Weg für eigene Logik ist die SAP-Erweiterung V45L0001, Komponente EXIT_SAPLV45L_004 („Rücksetzen der Lieferfortschrittszahl zum Geschäftsjahresende“), dazu EXIT_SAPLV45L_005 zum Stoppen des Jahreswechsels. In S/4HANA steht daneben der BAdI SD_SLS_RESET_CUMLTV_QTY_SA mit der Methode RESET_CUMLTV_QTY; im klassischen ECC gibt es diesen BAdI nicht. Er akzeptiert nur A und B. Die Reihenfolge ist fest: Der BAdI liefert einen Vorschlag, die Erweiterung V45L0001 läuft danach und überschreibt ihn.
Ein Nebeneffekt, der Fortschrittszahlen unbemerkt verschiebt: Ihre Basis ist die LIS-Struktur S073 mit den Feldern LIEFFZ, ENTNFZ und WAGFZ. Ein statistischer Neuaufbau des LIS trifft damit auch die Fortschrittszahlen.
Kommissionieren, Verpacken, NVE
Gepackt wird in Handling Units. Die Struktur kommt aus der Packvorschrift — im ERP die Tabellen PIKP und PIPO, Transaktionen POP1 bis POP3, Findung über POF1 bis POF3; im EWM heißt dasselbe Objekt Packspezifikation. Die Materialgruppe Packmittel (MARA-MAGRV, Tabelle TVEGR) steuert dabei erlaubte Packmittel und Packvorschriftsfindung, nicht die NVE.
Ob ein Packstück überhaupt eine NVE bekommt, entscheidet die Packmittelart des Verpackungsmaterials. MARA-VHART zeigt auf die Customizing-Tabelle TVTY; dort steht in NRVERG die Art der Nummernvergabe. Der Wert A erzeugt die SSCC18 schon beim Anlegen der Handling Unit. Der Wert B zieht nur eine HU-Nummer aus dem Nummernkreisobjekt HU_VEKP — dann hat die Handling Unit gar keine NVE.
Die 18-stellige NVE besteht aus der HU-Art (eine Stelle, aus TVTY-SSCC18), der ILN-Basisnummer, der laufenden Nummer aus dem Nummernkreis und einer Prüfziffer nach Modulo 10.
Die ILN-Basisnummer wird kaskadierend gesucht: erst Werk plus Lagerort (T313Y), dann die Lagernummer (T313Z), dann das Werk allein, zuletzt die Mandantenebene. Ein Eintrag auf einer höheren Stufe genügt also; die Meldung „keine ILN-Basisnummer und Nummernkreisobjekt gefunden“ kommt erst, wenn alle Stufen leer sind. Sätze, deren Nummernkreisintervall aufgebraucht ist, tragen das Kennzeichen DONT_USE und werden übersprungen.
Im Beleg steht hinterher die Nummer in VEKP-EXIDV und ihre Herkunft in VEKP-EXIDA: C für eine generierte SSCC18, E für einen externen HU-Nummernkreis, A für eine interne Nummer.
Lieferavis im Ausgang
Das Lieferavis geht als DESADV hinaus, in SAP auf einem Basistyp der DELVRY-Reihe. In DELVRY03 hängt unter dem Packstückkopf E1EDL37 genau ein Segment E1EDL38 mit den Bezeichnungstexten zum Packmittel: Packmittelbezeichnung, Versandelementgruppen 1 bis 5, Versandhilfsmittelart, Materialgruppe. Das sind Zusatzdaten zum Packstückkopf, keine Klassifizierungsmerkmale — Merkmale transportiert DELVRY03 über dieses Segment nicht. Die Packstückposition E1EDL44 führt die Felder VELIN, EXIDV und CHARG; mehrstufiges Packen und Chargen je Packstück sind damit im Standard abgebildet.
Etikett und Lieferavis speisen sich aus derselben Quelle, den Packstückdaten der Lieferung. Werden zwei getrennte Datenzweige aufgebaut, entstehen Abweichungen, die erst beim Wareneingang des Kunden auffallen. Nach dem Umpacken gehören Etikett und Avis neu aufgebaut.
Etiketten und Papiere
Das Global Transport Label nach VDA 4994 ist ein Kennzeichnungs- und Nummernstandard, kein Nachrichtenformat. Die VDA führt es im Format „Papier“; die EDI-Nachrichten der Global-Serie stehen dort überwiegend im Format EDIFACT, einzelne Empfehlungen auch als XML oder als API. Die zugehörigen Daten wandern per Lieferavis VDA 4987 (DESADV). Diese Einordnung entscheidet, ob ein Vorhaben ein Etiketten- oder ein Mapping-Projekt ist.
Die GTL-Nummer ist eine Alternative zur NVE, nicht dieselbe Nummer: bis zu 22 Stellen aus Issuing Agency Code, Company ID, Seriennummer und Data Identifier, mit eigenem Nummernkreisobjekt (HU_GTL) und eigenem Customizing unter den Handling-Unit-Einstellungen im EWM.
Der Warenanhänger VDA 4902 ist der Vorgänger des GTL. Er steht bei der VDA auf Gelb: nicht mehr empfohlen, aber weiterhin in weiten Teilen der Industrie im Einsatz.
VDA-Formatumstellung: alte Satzarten auf die Global-Serie
Die VDA-Liste kennt drei Status: Grün ist die aktuelle Empfehlung, Gelb heißt nicht mehr empfohlen, aber operativ genutzt, Rot heißt nicht mehr anwendbar. Mehrere der alten Satzarten stehen in der Liste vom August 2024 auf Gelb, mit dem Zusatz, sie seien noch verbreitet im Einsatz.
| Alt | Thema | Status | Nachfolger |
|---|---|---|---|
| VDA 4905 | Lieferabruf | rot | VDA 4984 (Global DELFOR) |
| VDA 4915 | Feinabruf | gelb | VDA 4984 (DELFOR) und VDA 4985 (DELJIT) |
| VDA 4916 | Produktionssynchroner Abruf | gelb | VDA 4986 (JIS mit DELJIT) |
| VDA 4913 | Lieferschein- und Transportdaten | gelb | VDA 4987 (Global DESADV); einzelne Satzarten auf VDA 4937 (RECADV) bzw. VDA 4990 (INVRPT) |
| VDA 4902 | Warenanhänger | gelb | VDA 4994 (Global Transport Label) |
| VDA 4906 | Rechnung | rot | VDA 4938 (Global INVOIC) |
| VDA 4908 | Gutschriftanzeige | rot | VDA 4938 (Global INVOIC) |
| VDA 4907 | Zahlungsavis | rot | VDA 4988 (REMADV) |
| VDA 4912 | Warenbegleitschein | rot | VDA 4939 (Sendungsbelege) |
VDA 4938 besteht aus vier Teilen mit unterschiedlichem Reifegrad: produktiv ist der EDIFACT-INVOIC-Teil; der XML-Teil für kleinere Unternehmen stand in der Liste vom August 2024 noch in Überarbeitung.
SAP bildet diese Empfehlungen nicht ab; im System stehen die oben genannten Nachrichtenarten. Eine Formatumstellung ist deshalb zuerst eine Frage des Mappings und der Pflichtfelder des jeweiligen Kunden und erst danach eine Frage, ob im SAP etwas zu erweitern ist.
Abrechnung: Rechnung, Gutschriftsverfahren, Zahlungsavis
Die Rechnung verlässt den Zulieferer als INVOIC aus der SD-Faktura, über den Ausgangs-Vorgangscode SD09 auf IDOC_OUTPUT_INVOIC. Im reinen Gutschriftsverfahren entfällt sie.
Das Gutschriftsverfahren hat zwei Enden derselben Nachricht. Beim Besteller entsteht die Gutschrift in der Rechnungsprüfung und geht als GSVERF hinaus: die automatische Wareneingangsabrechnung (MRRL, im Automotive-Zuschnitt MRER) über IDOC_OUTPUT_GSVERF. Steuerkennzeichen ist XERSY in EKPO und in den Einkaufsorganisationsdaten des Lieferantenstamms. Beim Zulieferer kommt genau dieses IDoc im SD an.
Auf der Eingangsseite entscheidet der Vorgangscode über den Weg. Die Varianten teilen sich die IDoc-Typen GSVERF01 bis GSVERF03, laufen aber unter getrennten Nachrichtentypen:
- Nachrichtentyp GSVERF, Vorgangscode GSVE: IDOC_INPUT_GSVERF_START, Buchung unmittelbar im SD.
- Nachrichtentyp SBWAP, Vorgangscode SBAP: IDOC_INPUT_SBWAP, legt den Eingang zunächst in eigenen Belegtabellen ab und wird über den Eingangsmonitor VSB1N gesteuert.
- Nachrichtentyp SBINV, Vorgangscode SBII: IDOC_INPUT_SBINV_START, erzeugt eine Faktura.
Welcher Weg im Einsatz ist, steht in der Partnervereinbarung. SBWAP ist dabei ein Nachrichtentyp, aber keine Transaktion — der Monitor heißt VSB1N. Und eine Suche nach IDOC_INPUT_GSVERF findet nur eine der drei Varianten.
Die Zuordnung der Lieferung läuft über einen Qualifier im IDoc — über die SAP-Lieferungsnummer, über die externe Lieferscheinnummer LIKP-LIFEX oder über die Konsignationsentnahme. Wird keine Lieferung gefunden, bleibt das IDoc mit Fehlerstatus stehen. Die SD-seitige Steuertabelle ist T665A, gepflegt je Auftraggeber, mit dem Kennzeichen für Sonderregeln der Automobilfirmen und den Belegarten für Gutschrifts- und Lastschriftsanforderung.
Am Ende steht das Zahlungsavis. REMADV erreicht den Zulieferer als Eingangsnachricht auf den Basistypen PEXR2001 und PEXR2002, mit den Vorgangscodes REMA, REMC (mit Ausgleich im FI), CREA und DEBA. Einen Ausgangs-Vorgangscode für REMADV liefert SAP nicht aus; die Gegenrichtung erzeugt das Zahlungsprogramm.
In S/4HANA ist das Gutschriftsverfahren technisch unverändert Standard — Eingangsmonitor VSB1N, Customizing ab T665B, Basistyp GSVERF03.
Woran es typischerweise klemmt
Symptome, wie sie gemeldet werden, mit der Stelle, an der ich zuerst nachsehe.
- „Der Abruf ist da, es passiert nichts.“ — Findung: V4 032, 034, 035, 053, 078.
- „Ungültige Abrufart.“ — E1EDP10-SCREL.
- „Im Dialog grün, im Nachtlauf bleibt er stehen.“ — Nachrichtenversion MSGVS in T663A.
- „Verbucht, aber keine Lieferung.“ — TVEP-LFREL, VEPVG, VL10.
- „Die Disposition sieht den Bedarf nicht.“ — TVEP-BEDSD, VBBE.
- „Nach dem Geschäftsjahreswechsel stimmen die Mengen nicht.“ — KNA1-PERIV am Warenempfänger; bei V4 335 das gelieferte Verfahren.
- „Die Fortschrittszahlen haben sich verschoben, ohne dass jemand gebucht hat.“ — LIS-Struktur S073.
- „Keine ILN-Basisnummer gefunden.“ — Kaskade T313Y und T313Z, Kennzeichen DONT_USE.
- „Die Handling Unit hat gar keine NVE.“ — TVTY-NRVERG, VEKP-EXIDA.
- „Die Gutschrift bleibt stehen.“ — Vorgangscode GSVE, SBAP oder SBII; Lieferungszuordnung über LIKP-LIFEX.
Wie ich vorgehe
Ich fange am Beleg an. Partnervereinbarung, Vorgangscode, Findung und Nachrichtensteuerung werden am konkreten IDoc nachvollzogen, und ein Fehlerbild wird an einem funktionierenden Beleg gespiegelt: Was steht in der grünen Strecke anders als in der roten.
Getestet wird über den echten Weg. Abrufe entstehen als IDoc über die Partnervereinbarung, Avise über die Nachrichtensteuerung, Gutschriften über den Eingangsmonitor — kein Direktschreiben in die Abruftabellen.
Jede transportfähige Änderung geht in einen Transport, auch die kleine. Gibt es einen dokumentierten Standardweg, nehme ich ihn statt eines Z-Bausteins. Was gesteuert werden muss, gehört in Steuertabellen.
Gearbeitet wird überwiegend remote, mit Präsenz im Raum Stuttgart, wenn es sinnvoll ist. Ich arbeite als Einzelberater mit Partnernetz; SD-Customizing und EDI-Seite liegen bei einer Person.
Die üblichen Zuschnitte:
- Eingrenzung eines Fehlerbildes in der laufenden Strecke, mit Befund und Korrekturvorschlag
- Anbindung eines neuen Kunden oder eines neuen Werks, vom Abruf bis zur Abrechnung
- Formatumstellung auf die Global-Serie, beginnend mit der Vorprüfung, was am Mapping und was im SAP zu tun ist
- Arbeit am JIT-Teil: Abrufsteuerung, Aktionsnetz und Teilegruppenfindung
- Begleitung der Strecke im Betrieb, mit fester Ansprechbarkeit
- Aufnahme des Ist-Standes und dokumentierte Übergabe an das Inhouse-Team
Welche Leistungen darüber hinaus bestellbar sind — auch außerhalb der Automotive-Kette, etwa EWM, TM und GTS — steht auf der Seite Leistungen und Einsatzformen.
Erstes Gespräch
Kurzer Weg zur Antwort
Wenn Sie an einer Stelle dieser Kette nicht weiterkommen: Nennen Sie mir Nachrichtenart, IDoc-Status und Meldungsnummer sowie den betroffenen Beleg. Damit lässt sich im Telefonat einordnen, wo es hängt und was zu prüfen ist. Den Umfang klären wir im ersten Gespräch.
Erreichbar per Telefon, E-Mail oder über das Kontaktformular. Beratungshäuser, die Verstärkung für eine Automotive-Strecke suchen, dürfen sich ebenfalls melden.
Schicken Sie mir das Fehlerbild statt der Projektbeschreibung: Nachrichtenart, IDoc-Status, Meldungsnummer, betroffener Beleg. Den Umfang klären wir im ersten Gespräch.